Windkraftbetreiber Prokon macht riesigen Verlust

Bis zu 80 Millionen Euro Verlust - bei weniger als hundert Millionen Euro Umsatz: Die Ex-Pleitefirma Prokon hat ein schlimmes Jahr hinter sich. Die Zahlungsfähigkeit soll aber nicht gefährdet sein.
Windräder

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Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ dpa

Vor drei Jahren sorgte Prokon mit einer spektakulären Pleite für Aufsehen. Nun macht der Windkraftbetreiber erneut hohe Verluste. Für 2016 sei mit einem Konzernverlust von 75 bis 80 Millionen Euro zu rechnen, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz liegt unter der Marke von hundert Millionen Euro.

Durch den Verlust sei die Liquidität des Unternehmens nicht beeinträchtigt, heißt es in der Mitteilung weiter. Für das laufende Jahr sei hingegen mit einem Gewinn vor Steuern zu rechnen. Allerdings hatte Prokon auch für das vergangene Jahr einen Vorsteuergewinn erwartet.

Das Unternehmen nannte als wesentliche Gründe für diese Entwicklung unterdurchschnittliche Winderträge durch das schlechteste Windjahr der vergangenen 20 Jahre sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf Forderungen gegen die polnischen und finnischen Tochtergesellschaften. Damit sind Steuerforderungen des polnischen Staates gemeint, der die Grundsteuer für Windparks erhöht hat.

Nach der Insolvenz im Jahr 2014 wurde Prokon ab 2015 von den Gläubigern als Genossenschaft mit fast 40.000 Mitgliedern weitergeführt. Das Unternehmen betreibt mehr als 340 Windkraftanlagen mit einer Leistung von gut 600 Megawatt in Deutschland und Polen und versorgt knapp 30.000 Haushalte mit Ökostrom.

fdi/dpa-AFX
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