Fernsehkonzern ProSiebenSat.1-Investoren verkaufen milliardenschweres Aktienpaket

Über Nacht werfen die früheren Mehrheitseigentümer von ProSiebenSat.1 ein milliardenschweres Aktienpaket auf den Markt. Die Investoren wollen ihre Beteiligung an dem Fernsehkonzern auf rund 17 Prozent senken. Dem Unternehmen winkt der Aufstieg in den Dax.

ProSiebenSat.1-Gruppe: Platzierung könnte 1,12 Milliarden Euro bringen
REUTERS

ProSiebenSat.1-Gruppe: Platzierung könnte 1,12 Milliarden Euro bringen


Frankfurt - Die früheren Mehrheitseigentümer KKR und Permira ziehen sich weiter mit großen Schritten beim Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 zurück. Die beiden Finanzinvestoren, die über ihre Gesellschaft Lavena zuletzt 33 Prozent der Anteile hielten, wollen diese auf rund 17 Prozent reduzieren. Über Nacht werfen KKR und Permira ein milliardenschweres Aktienpaket auf den Markt.

Die US-Banken J.P. Morgan und Bank of America Merrill Lynch sollen Käufer für bis zu 35 Millionen ProSiebenSat.1-Aktien finden. Sie werden in einer Spanne von 31,53 bis 32,10 Euro angeboten. Das geht aus Verkaufsunterlagen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Der Preis ist ein Abschlag von vier bis sechs Prozent auf den Schlusskurs von 33,43 Euro am Dienstag. Im späten Handel an der Frankfurter Börse verlor die ProSiebenSat.1-Aktie nach der Ankündigung knapp 5 Prozent.

Im Juli hatte ProSiebenSat.1 Chart zeigen mit der Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien den Startschuss für den Ausstieg der Finanzinvestoren gegeben. Einen strategischen Käufer für ihr Anteilspaket hatten sie nicht gefunden. Anfang September hatten sie bereits elf Prozent der Anteile platziert und damals 30,67 Euro je Aktie kassiert - insgesamt 767 Millionen Euro. Die neue Platzierung könnte noch lukrativer sein. Am oberen Ende der Spanne würden KKR und Permira 1,12 Milliarden Euro einnehmen.

Dank der neuerlichen Platzierung nähert sich der Fernsehkonzern auch dem Dax. Der Streubesitz steigt auf 83 Prozent, Indexexperten zufolge könnte ein Anstieg auf 87 Prozent der Aktie sogar zu einem vorzeitigen Aufstieg verhelfen. Der nächste reguläre Überprüfungstermin steht im September 2014 an. Dann könnte ProSiebenSat.1 mit Metro und Brenntag um einen Platz im deutschen Leitindex kämpfen.

max/Reuters/dpa



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