Befristete Arbeitsverträge Ver.di legt Paketversand vor Nikolaus lahm

Aus Protest gegen die hohe Zahl der befristeten Arbeitsverträge ruft Ver.di die Mitarbeiter der Post zu Betriebsversammlungen zusammen. Vorstandschef Appel sieht darin eine Schikane gegenüber den Kindern, die auf ihr Nikolauspaket warten.

Paketzentrum der Post: Viele Päckchen bleiben liegen
Deutsche Post

Paketzentrum der Post: Viele Päckchen bleiben liegen


Berlin - Viele Nikolaus-Pakete werden ihre Empfänger in diesem Jahr nicht rechtzeitig erreichen. Grund dafür ist ein Aufruf der Gewerkschaft Ver.di, die zwischen 18 und 21 Uhr Betriebsversammlungen in 31 von 33 Paketzentren des Konzerns abhalten will. Allein in Hessen bleiben deshalb nach Angaben des dortigen Ver.di-Landesverbands rund 90.000 Paketsendungen liegen.

Ver.di beklagt die Zunahme befristeter Beschäftigungsverhältnisse in den Paketzentren der Post. Neueinstellungen erfolgten "praktisch ausschließlich über befristete und damit prekäre Arbeitsverhältnisse", erklärte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. Rund 24.000 von 131.000 Post-Mitarbeitern hätten mittlerweile einen befristeten Arbeitsvertrag. Es gebe keinen Grund, den Beschäftigten einen unbefristeten Vertrag vorzuenthalten, erklärte Kocsis.

Post-Vorstandschef Frank Appel kritisierte die angekündigten Betriebsversammlungen. "Mich wundert schon, dass man ausgerechnet vor dem Nikolaustag, an dem alle Kinder auf ihre Geschenke warten, eine Betriebsversammlung abhält", sagte Appel dem "Tagesspiegel". "Man könnte das auch zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt machen." Er sei aber zuversichtlich, dass die Post-Mitarbeiter alles geben würden, um die Folgen abzumildern.

Ein Sprecher des Unternehmens widersprach der Darstellung der Gewerkschaft. Nur rund 14.700 Mitarbeiter seien befristet angestellt und damit weniger als zehn Prozent der Gesamtbelegschaft. Sie würden zudem den gleichen Lohn erhalten wie ihre unbefristet angestellten Kollegen. Die Forderung von Ver.di, befristete Arbeitsplätze zu reduzieren, gehe an der Realität vorbei.

mik/AFP



insgesamt 134 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
cawo80 05.12.2014
1. obwohl
ich sonst durchaus verstaendnis dafür habe, dass die leute für ihre angelegenheiten eintreten, zu den feiertagen muss ich das leider boykottieren und werde hermes beauftragen. die sind genauso gut und manchmal besser als die postler. hauptsache die geschenke kommen puenktlich an.
GaliX622 05.12.2014
2. Kinder....
Also mal ehrlich. Wie kann man eine solch bescheuerte Ausrede mit den Kindern an den Haaren herbei ziehen... Manche Leute merken gar nichts mehr.
berndkleinmann 05.12.2014
3. Nikolaus
...bei allem Verständnis, aber das muss doch wirklich nicht sein das die Nikolauspakete nicht bei den wartenden Kindern ankommen
dbrown 05.12.2014
4. Och, Herr Appel,
das gefällt Ihnen nicht, daß die Kleinen ihr Paket vom Nikolaus nicht zeitig bekommen? Nein, das geht aber wirklich nicht! Naja, eigentlich interessiert das niemanden, so wie Sie es nicht interessiert, was mit Ihren Angestellten passiert. Schade, daß so Jobs wie der Ihre nicht auch generell befristet sind. So für 1 Jahr wäre mal nicht schlecht.
christomuc22 05.12.2014
5. Geschenke an Nikolaus?
Werter Herr Appel, ich habe in meinem ganzen Leben nicht am Nikolaustag auf ein Paket gewartet, geschweige denn eins bekommen... Soweit ich weiß gibt es Geschenke an Weihnachten, vom Christkind und nicht vom Weihnachtsmann und auch nicht vom Amazon-Mann... Kinder, deren Eltern nur noch im Internet bestellen, frei nach Geiz ist geil, konnen einem schon leid tun, da die ja gar keine Geschäfte mehr kennenlernen, nicht mehr in Spielzeugläden schauen (und sich die Nase plattdrücken) dürfen. Das ist eine ziemlich triste Kindheit die solche Eltern ihren Kindern bescheren. Zudem werden diese Kinder von ihren eigenen Eltern potentiell ihrer möglichen späteren Arbeitsplätze im Einzelhandel, etc. beraubt... Solche Kinder, aber vielmehr deren Eltern tun mir sehr leid. Aber es ist schon bezeichnend für unsere Gesellschaft. Wenn der gemeine Bürger Kinder mit auf eine Demo gegen bsplw. Stuttgart 21 oder gegen die Dritte Startbahn in München nimmt, dann werden die Politiker laut und sagen stets, dass dies ein Missbrauch von Kindern für politische Zwecke sei. Rülpst dagegen ein Vorstand (z.B. ein Herr Appel) eines großen Unternehmens etwas verlogenes, zynisches und missbraucht Kinder und christliche Festtage für Tarifverhandlungen wartet man vergeblich auf ein Zeichen aus der Politik. Hier wäre es mal schön wenn sich eine Familienministerin solche Äußerungen als "Missbrauch von Kindern für politische Zwecke" brandmarken würde... Aber bei dieser Regierung... Fehlanzeige... Jedes Land verdient seine Regierung (siehe auch Kommentar von gestern - Jakob Augstein... herrlich!)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.