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24. Juli 2013, 11:46 Uhr

Nonnenmacher vor Gericht

Verteidiger im HSH-Prozess beklagen Vorverurteilung

Kaum hat der Prozess gegen den Ex-Vorstand der HSH Nordbank begonnen, da gibt es schon die erste Unterbrechung. Die Verteidigung beantragte, die Klageschrift nicht zu verlesen. Sie sei zu wertend.

Hamburg - Der Prozess gegen den ehemaligen Vorstand der HSH Nordbank hat begonnen. Unter großem Medienandrang betraten die Manager am Mittwoch das Hamburger Strafjustizgebäude. Unter ihnen: der 2007 amtierende Vorstandschef Hans Berger und der damalige Ex-Finanzchef und spätere Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher.

Bereits kurz nach dem Auftakt musste der Prozess jedoch bereits unterbrochen werden. Die Verteidigung von zwei Angeklagten beantragte, die Anklageschrift so wie formuliert in einigen Punkten nicht zu verlesen, da sie teilweise zu wertend sei. Die Unschuldsvermutung werde dadurch nicht gewahrt.

Nach kurzer Beratung der Kammer wies der Vorsitzende Richter, Marc Tully, den Antrag zurück. Der Prozess wurde mit Verlesung der Anklageschrift fortgesetzt. Die angeklagten Manager sollen der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein bei einem Finanzgeschäft 2007 einen Schaden von mehr als 150 Millionen Euro zugefügt haben.

Das Gericht wird monatelang verhandeln, ehe ein Urteil fällt. Mehr als 40 Prozesstermine bis in den Januar sind terminiert. Den Angeklagten drohen Strafen bis zu zehn Jahren Haft. Alle sechs haben bislang die Vorwürfe zurückgewiesen und darauf verwiesen, ihre Pflichten als Vorstände gewissenhaft erfüllt zu haben. Gegenstand des Prozesses ist ein komplexes Finanzgeschäft aus dem Dezember 2007, das unter dem Namen Omega 55 bekannt ist. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sie hätten auf der Grundlage ihrer Unterlagen die Chancen und Risiken des Geschäfts gar nicht abwägen können.

cte/dpa

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