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27. März 2014, 13:53 Uhr

Sanktionsstreit mit Visa und Co.

Russland plant die Putin-Card

Visa und Mastercard beteiligen sich an Sanktionen gegen Russland - das könnte Folgen haben. Präsident Putin droht den Konzernen und kündigt ein eigenes Bezahlsystem an.

Moskau - Als Reaktion auf westliche Sanktionen will der russische Präsident Wladimir Putin den Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard mit einem eigenen Bezahlsystem Konkurrenz machen. Bei einem Fernsehauftritt berief sich Putin auf ähnliche Systeme in Japan und China. Diese Systeme funktionierten, "und sie funktionieren sehr gut". Daher werde auch Russland ein solches Zahlungssystem nun einführen. Zugleich warnte er die Kreditkartenfirmen indirekt vor der Beteiligung an Sanktionen gegen sein Land.

Mit solchen Einschränkungen würden sich westliche Unternehmen selbst schaden, sagte Putin. Es sei "wirklich zu schade", dass bestimmte Firmen sich zu solchen Schritten entschlossen hätten. "Ich denke, sie werden dadurch schlicht Marktanteile verlieren - in einem sehr profitablen Markt."

Visa und Mastercard hatten in der vergangenen Woche Zahlungstransaktionen für Kunden der Bank Rossija eingestellt, nachdem diese von den USA offiziell mit Sanktionen belegt wurde. Das Geldhaus gilt als sehr regierungsnah.

Während sich Putin demonstrativ unbeeindruckt von den Sanktionen zeigt, fürchtet die russische Zentralbank offenbar eine Kapitalflucht. Man werde heimische Banken notfalls mit Geld versorgen, teilte Zentralbank-Chefin Elwira Nabiullina am Donnerstag mit.

dab/Reuters/AP/AFP

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