Vor Gesprächen mit Erdogan Putin will Handelsvolumen mit der Türkei verdreifachen

Erst ein Lob für Präsident Erdogan und dann ein Versprechen: Kremlchef Putin hat angekündigt, den Handel mit der Türkei auszubauen. Bundesaußenminister Steinmeier warnte derweil vor einer weiteren Verschärfung der Sanktionen gegen Moskau.

Präsident Putin: Auf der Suche nach neuen Handelspartnern
DPA

Präsident Putin: Auf der Suche nach neuen Handelspartnern


Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin will die Wirtschaftsbeziehungen seines Landes zur Türkei angesichts der Sanktionen des Westens deutlich ausbauen. Russland wolle den Handel mit der Türkei pro Jahr auf etwa 80 Milliarden Euro verdreifachen, sagte Putin laut türkischen Medien.

Diesen Montag reist Putin zu Gesprächen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan in die Türkei.

Der Kremlchef lobte zudem die Haltung Ankaras als "weitsichtig", sich nicht an den Sanktionen des Westens gegen Moskau zu beteiligen. Die Strafmaßnahmen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise kritisierte Putin erneut als nicht hinnehmbar.

"Wir verlieren umgerechnet 32 Milliarden Euro pro Jahr wegen der geopolitischen Sanktionen", sagte Russlands Finanzminister Anton Siluanow der russischen Nachrichtenagentur Tass. Er betrachte die Einbußen in Milliardenhöhe mit großer Sorge.

Zusätzlich zu den Sanktionen macht Russland auch der schwächelnde Ölpreis zu schaffen. In diesem Jahr verlor das Land nach Regierungsangaben rund 113 Milliarden Euro.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnte im Zusammenhang mit dem schwelenden Ukraine-Konflikt bereits vor einer weiteren Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland. "Sollte das unser Sinn und unser Ziel sein, Russland wirtschaftlich niederzuringen?", fragte Steinmeier in Berlin. "Meine eindeutige Antwort ist: Nein, das ist, war und darf auch nicht Sinn von Sanktionen sein." Steinmeier hatte immer wieder dazu aufgerufen, den Dialog mit Moskau nicht abreißen zu lassen.

Der russische Ölriese Rosneft will derweil seine Präsenz in Deutschland ausbauen: Der staatliche Konzern kaufe dem französischen Unternehmen Total seine Anteile von 16,7 Prozent an der PCK Raffinerie GmbH Schwedt in Brandenburg ab, wie Rosneft in Moskau mitteilte. Damit stärke der Konzern seine Position in einer der effizientesten Raffinerien Europas, sagt Unternehmenschef Igor Setschin. Die Anlage in Schwedt ist eine der größten Ölraffinerien in Deutschland.

loe/AFP/dpa

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