Illegale Praktiken Chiphersteller Qualcomm muss 242 Millionen Euro Strafe zahlen

Der Markt der Chiphersteller ist hart umkämpft. Branchenprimus Qualcomm soll laut der EU-Kommission einen Konkurrenten mit illegalen Praktiken vertrieben haben und muss nun dafür geradestehen.

Wettbewerbskommissarin in Aktion: Margrethe Vestager spricht über die Qualcomm-Strafe
STEPHANIE LECOCQ/EPA-EFE/REX

Wettbewerbskommissarin in Aktion: Margrethe Vestager spricht über die Qualcomm-Strafe


Gegen den Chipkonzern Qualcomm haben die EU-Wettbewerbshüter wegen illegaler Geschäftspraktiken eine Strafe von 242 Millionen Euro verhängt. Die EU-Kommission sieht es als erwiesen an, dass das Unternehmen vor rund zehn Jahren seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt hat, um Konkurrenten zu verdrängen.

Im Kern geht es um Chipsätze für den Mobilfunkstandard UMTS der dritten Generation (3G), die die Verbindung von mobilen Geräten mit Mobilfunknetzen und dem Internet ermöglichen. "Das strategische Vorgehen von Qualcomm verhinderte Wettbewerb und Innovation auf diesem Markt und beschränkte die Auswahl der Verbraucher in einer Branche, in der die Nachfrage nach innovativen Technologien und das Potenzial dafür sehr hoch sind", sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Das Unternehmen habe zwischen 2009 und 2011 die Chips unter den Produktionskosten verkauft - unter anderem an den chinesischen Huawei-Konzern, um den Konkurrenten Icera auszuschalten. Icera wurde 2011 vom Technologieunternehmen Nvidia übernommen, das 2015 die betroffene Chipsparte abwickelte.

In der Chipbranche tragen die einzelnen Hersteller hohe Entwicklungskosten. Deshalb versuchen verschiedene Unternehmen seit einiger Zeit vermehrt, Konkurrenten aufzukaufen - oder wie im Fall von Qualcomm, sie vom Markt zu drängen.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten im vergangenen Jahr gegen Qualcomm bereits eine Strafe von fast einer Milliarde Euro verhängt. Damals ging es aus Sicht der Wettbewerbshüter um unerlaubte Methoden, mit denen sich das Unternehmen einen Platz für seine Chips in Apples iPhones und iPads sicherte. Auch mit Apple führte Qualcomm einen jahrelangen Patentstreit - den die Unternehmen im April 2019 überraschend beilegten.

kko/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
fritz_64 18.07.2019
1.
Und die Strafe wandert in das neu zu schaffende "Kampf gegen den Klimawandel" Budget der EU...nur so ein Gedanke, den da wird ja noch einiges in den kommenden Jahren zusammenkommen.
geotie1 18.07.2019
2.
Wir als Kunde sollten eigentlich darauf achten, dass mehrere Chip-Hersteller auf dem Markt bleiben. Wenn nur noch einer vorhanden ist, dann wird er den Preis bestimmen oder gar nicht mehr liefern.
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