Quartalsberichte Streik kostet Post 100 Millionen Euro, Telekom feiert sich

Gleich mehrere Dax-Konzerne haben ihre Quartalszahlen veröffentlicht: Die Deutsche Post muss infolge des Streiks ihre Gewinnerwartung nach unten korrigieren, Adidas und Telekom machten mehr Umsatz.
Mitarbeiter der Deutschen Post: Wochenlanger Streik belastet Gewinnerwartung

Mitarbeiter der Deutschen Post: Wochenlanger Streik belastet Gewinnerwartung

Foto: Fredrik von Erichsen/ dpa

Mehrere Dax-Konzerne haben ihre Quartalsberichte veröffentlicht - mit uneinheitlichen Signalen. Der deutsche Leitindex blieb davon weitgehend unbeeindruckt. Bis zum Mittag gab der Dax   leicht nach und verlor 0,09 Prozent auf 11.626 Punkte. In den vergangenen Tagen war der Dax um mehr als fünf Prozent gestiegen.

Nun müssten die Bilanzberichte erst einmal ausgewertet werden, begründeten Händler den unspektakulären Handelsverlauf an der Börse. "Alle wollen nur abwarten und haben mit der Abarbeitung der Bilanzen zu tun", sagte ein Händler.

Für etwas Auftrieb sorgten aber gute Konjunkturdaten. So hat die deutsche Industrie im Juni wesentlich mehr Aufträge erhalten als erwartet.

Dagegen lässt sich bei einem ersten Blick auf die Zahlen der Unternehmen nicht nur Positives herauslesen.

Der Überblick über die Quartalsberichte:

  • Bei der Deutschen Post   hinterließ der wochenlange Streik Spuren. Der Konzern senkte seine Gewinnprognose um 100 Millionen Euro: Es werde jetzt beim Gewinn vor Zinsen und Steuern im laufenden Jahr nur noch ein Wert zwischen 2,95 bis 3,1 Milliarden Euro erwartet. Hintergrund ist der wochenlange Streik in Deutschland, der das Unternehmen im zweiten Quartal 100 Millionen kostete. Das operative Ergebnis ging in diesem Zeitraum um 18 Prozent auf 537 Millionen Euro zurück. Der schwache Euro trieb den Erlös um 7,3 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro.
  • Die Deutsche Telekom   legte dank ihres florierenden US-Geschäfts und der Euroschwäche weiter stark zu. Im zweiten Quartal trug nach Angaben des Konzerns aber auch erneut der deutsche Heimatmarkt zum Umsatzplus von 15,3 Prozent auf 17,43 Milliarden Euro bei (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Unter dem Strich blieb der Konzerngewinn wegen höherer Sonderbelastungen bei 712 Millionen Euro stabil.
  • Europas größter Sportartikelkonzern Adidas   ist im zweiten Quartal wegen der guten Nachfrage nach seiner Hausmarke und besserer Verkäufe bei der Fitnesstochter Reebok weiter gewachsen. Von April bis Juni legte der Umsatz um 15 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu. Dabei half auch der schwache Euro. Besonders gut lief es für den Konzern in Westeuropa und in China.
  • Der schwache Euro half auch dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck   über schwächelnde Verkäufe bei wichtigen Medikamenten hinweg. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 14,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Der Gewinn lag mit 343,4 Millionen Euro gut 13 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Seinen Ausblick für das laufende Jahr bestätigte der Konzern.
  • Geringe Großschäden und günstige Finanzgeschäfte hoben die Stimmung beim weltgrößten Rückversicherer Munich Re   . Vorstandschef Nikolaus von Bomhard erwartet für das laufende Jahr statt 2,5 bis drei Milliarden jetzt mindestens drei Milliarden Euro Gewinn. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 3,15 Milliarden Euro verdient. Analysten hatten für 2015 bisher lediglich mit 2,8 Milliarden Euro gerechnet.
  • Beim Handelskonzern Metro   fielen die Zahlen eher mau aus. Da der frühe Ostertermin ins zweite Quartal fiel, sank der Umsatz nach Angaben des Unternehmens zwischen April und Juni um 1,4 Prozent auf 14 Milliarden Euro. Während die Lebensmittelkette Real und der Großhandel weniger Umsatz machten, legte der Elektronikhändler Media-Saturn zu - angetrieben vom Online-Geschäft.

brk/dpa
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