Auflagen der Finanzaufsicht UBS muss Renditeziel verschieben

Auch die Schweizer Großbank UBS hat im dritten Quartal deutlich weniger Gewinn gemacht. Der Deutsche-Bank-Konkurrent leidet unter hohen Strafzahlungen. Die Finanzaufsicht fordert von dem Geldhaus, sich noch stärker gegen Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten zu wappnen.

UBS in Basel: Verdruss über Auflagen der Finanzaufsicht
REUTERS

UBS in Basel: Verdruss über Auflagen der Finanzaufsicht


Zürich - Die Schweizer Großbank UBS hat im dritten Quartal unter dem schwierigen Marktumfeld und hohen Strafzahlungen gelitten. Der Gewinn vor Steuern sei im Vergleich zum zweiten Quartal um zwei Drittel auf 356 Millionen Schweizer Franken eingebrochen, teilte der Deutsche-Bank-Konkurrent in Zürich mit. Damit verdiente die Bank deutlich weniger als von Experten erwartet.

Ihr Renditeziel muss die UBS wegen neuen Auflagen um mindestens ein Jahr verschieben. Die Finanzaufsichtsbehörde FINMA verlangt von dem Deutsche-Bank-Konkurrenten bei der Bewertung von Risiken etwa aus Rechtsstreitigkeiten künftig einen hohen Aufschlag. Aus diesem Grund steige das Risikokapital der Bank um 28 Milliarden Franken, teilte die Bank am Dienstag in Zürich mit. Die Kapitalquote sinke im Gegenzug. Diese neue Lücke will die Bank so schnell wie möglich wieder schließen.

Das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 15 Prozent werde sich aus diesem Grund um mindestens ein Jahr verzögern. Ursprünglich war es für 2015 anvisiert. UBS-Chef Sergio Ermotti sieht keinen einzelnen Grund wie etwa die mögliche Beteiligung an der Manipulation von Devisenkursen als Grund für die erhöhten Anforderungen seitens der Behörde. Er setzt zudem darauf, dass der Aufschlag nur vorübergehend ist.

Die Bewertung von Risiken bei der Berechnung der von den Aufsehern geforderten Kapitalquote ist eine der kompliziertesten und schwierigsten Aufgaben bei der Bankenaufsicht. Die Institute dürfen dabei selbst ein Risikomodell wählen, das von den Behörden genehmigt werden muss. Dabei ringen Banken und Aufseher hinter den Kulissen hart miteinander. Streit darüber dringt selten nach außen.

Seit der Finanzkrise ist das Verhältnis zwischen den Banken und Behörden deutlich angespannter, so dass ab und an der Disput an die Öffentlichkeit dringt. So hatte sich erst im Sommer der Chef der dänischen Bank Danske gegen die Vorgaben der Regulierer gewehrt.

cte/dpa-AFX

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insgesamt 2 Beiträge
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BerndBerndsen 29.10.2013
1.
Oh nein, nur 350 Mio. Franken Gewinn in einem Quartal. Das sind dann ja grad mal ein bisschen mehr als eine Millarde im Jahr. Nur mal zum Vergleich. Der Gewinn dieses Unternehmens ist ungefähr so hoch wie der gesamte Staatshaushalt von armen afrikanischen Ländern Swasiland (http://de.wikipedia.org/wiki/Swasiland#Staatshaushalt) Nur um mal die Relationen zu verdeutlichen auf welchem Niveau hier gejammert wird.
WILHHERDE 29.10.2013
2. Der Vergleich hinkt
Wer bei dem Aufwand, den die Bank hat, nur eine Milliarde Gewinn macht, ist nicht davor gefeit, im nächsten Jahr, wenn es mal schlecht läuft, auch mal ein Milliarde Verlust zu machen. Im Übrigen haben viele Leute ihr Geld in der Bank stecken und die wollen Rendite für ihr Risiko, sonst könnten sie ihr Geld auch unter das Kopfkissen legen.
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