Quartalsergebnis Commerzbank macht Milliardenverlust

Neues Logo, alte Probleme: Die Commerzbank hat im dritten Quartal einen Nettoverlust von mehr als einer Milliarde Euro verzeichnet. Auch für das Gesamtjahr erwartet das teilverstaatlichte Institut ein negatives Ergebnis.

Commerzbank-Logo: Das Geldhaus ist noch immer zu einem Viertel in Bundesbesitz
ddp

Commerzbank-Logo: Das Geldhaus ist noch immer zu einem Viertel in Bundesbesitz


Frankfurt am Main - Milliardenverlust im dritten Quartal: Die Commerzbank hat zwischen Juli und September einen Nettoverlust von 1,05 Milliarden Euro eingefahren. Wie Deutschlands zweitgrößte Bank am Montag weiter mitteilte, waren der Hauptgrund dafür Abschreibungen auf den Firmenwert der angeschlagenen Immobilienfinanzierungstochter Eurohypo sowie Kosten für den Konzernumbau infolge der Integration der Dresdner Bank.

Weil in Portfolios der internen Abwicklungseinheit frühere Abschreibungen zum Teil rückgängig gemacht werden konnten, schaffte es die Commerzbank jedoch auf operativer Basis im dritten Quartal in die schwarzen Zahlen. Das Geldhaus, das zu einem Viertel im Besitz des Bundes ist, wies einen Betriebsgewinn von rund 120 Millionen Euro aus. Die endgültigen Zahlen will die Commerzbank am Donnerstag dieser Woche vorstellen.

Bund hält ein Viertel der Commerzbank-Aktien

Für das Geschäftsjahr 2009 erwartet die Bank insgesamt ein negatives Ergebnis. Bei einem Verlust darf sie keine Dividenden ausschütten. Dazu war sie im Zusammenhang mit den staatlichen Hilfen von der EU und dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) verpflichtet worden.

Die Dresdner-Übernahme hatte die Commerzbank vor gut einem Jahr ins Straucheln gebracht. Sie musste mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro Staatshilfen von der Bundesregierung gestützt werden.

Als Auflagen muss sich die Commerzbank unter anderem von ihrer Immobilientochter Eurohypo trennen. Zudem hat sie bereits mehrere Regionaltöchter im Ausland abgestoßen. Von Milliardengewinnen wie etwa beim Rivalen Deutsche Bank ist die Commerzbank noch weit entfernt.

böl/AP/Reuters/dpa

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jinky, 08.07.2009
1.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Sie hätten umsteuern müssen bzw. man hätte sie zu einem Umsteuern zwingen müssen.
Pinarello, 08.07.2009
2.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Warum sollten diese Gangster umsteuern? Jetzt gibt es doch unbegrenzten Kredit vom Staat der auch noch gleich die Verluste übernimmt! Also dann, warten halt bis zur nächsten Krise, die natürlich weit weit schlimmer werden wird, aber warum sollten denn die Politiker ausgerechnet gegen die Leute was unternehmen, von denen sie bezahlt werden und von denen sie ihre Befehle empfangen, hat doch dieses Mal ausgezeichent geklappt, die Folgen dieses Finanzverbrechens dem arbeitenden Bürger und Steuerzahler in die Schuhe zuschieben, genau so stellt sich die Finanzelite doch die Weltherrschaft vor.
schensu 08.07.2009
3.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Pah, als ob da unsere Meinung zählte! Das Ganze ist ein Selbstläufer, abgehoben von bekannten Realitäten zum Nutzen Weniger und ggf. Schaden Vieler. Ich brauch die jedenfalls mal gar nich.
Schelm-77 08.07.2009
4. Die Banken kehren zum gewohnten Geschäft zurück...
Am effektivsten läßt sich die Geldgier der Banker stoppen indem man sie einfach weitermachen läßt. Der nächste Crash wird einen frischen Wind durch die meist hohlen Köpfe der Finanzgenies pusten. Einen neuen weltweiten Rettungsfonds wird es dann mit Sicherheit auch nicht mehr geben. Der normalen Anleger sollte sein Geld allerdings vorher in Sicherheit bringen und in Edelmetalle, Edelsteine oder Immonbilien investieren. Im Zweifelsfalls tut es übergangsweise auch der bewährte Sparstrumpf. Den Banken geht es in erster Linie um ihr eigenes Wohl, dementsprechend sollte auch jeder Bürger erst einmal an sich selbst denken und ein erhöhtes Mißtrauen in Sachen Finanzwirtschaft aufbauen.
THM, 08.07.2009
5.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Noch erstaunlicher als die Unfähigkeit dieser Branche ist deren dreiste Gier.
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