Quartalszahlen Amazon erkauft sich Wachstum mit hohen Rabatten

Das Online-Warenhaus Amazon hat seinen Umsatz im dritten Quartal um 39 Prozent gesteigert. Der Gewinn wuchs jedoch weit weniger rasant. Der Grund für diese Entwicklung sind hohe Rabatte.

Amazon-Seite: Rabattschlacht sorgt für steigenden Umsatz
ddp

Amazon-Seite: Rabattschlacht sorgt für steigenden Umsatz


Seattle - Amazon schiebt das Geschäft an: Um die Menschen zum Einkaufen zu bewegen, räumt der weltgrößte Einzelhändler satte Rabatte ein, gibt Millionen für Werbung aus und investiert kräftig in seine Auslieferungszentren. Das sorgt zwar für ein enormes Wachstum, lässt die Gewinne aber weniger rasant wachsen. Am Donnerstag, nach Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal, rutschte der Kurs der Aktie um fast vier Prozent ab.

Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 39 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar zu, der Gewinn hinkte dem hinterher - mit einem Plus von 16 Prozent auf unterm Strich 231 Millionen Dollar. "Wir haben dieses Jahr zu Weihnachten die besten Preise, die größte Auswahl, die vollsten Lager und die schnellste Belieferung in unserer Geschichte", brüstete sich Gründer und Unternehmenschef Jeffrey Bezos.

Bereits im vorangegangenen Quartal hatten die Aktionäre Amazon Chart zeigen dafür kritisiert, dass der Händler in seinem Wachstumsdrang die Kosten aus den Augen verloren hatte. Die Aktie war am Tag der Zahlenvorlage noch drastischer als jetzt eingebrochen, Beobachter sprachen damals von einem "Schlachtfest".

Unter anderem bietet Amazon die neueste Variante seines E-Book-Lesegeräts "Kindle" je nach Ausführung um rund ein Viertel billiger an als den Vorgänger, obwohl das Gerät leistungsfähiger ist. Auch bei den immer wichtiger werdenden Elektronikartikeln vom Fernseher bis zum Staubsauger greift Amazon vermehrt zu Kampfpreisen. In diesem Bereich macht Amazon mittlerweile mehr Geld als mit Büchern, CDs und DVDs.

wit/dpa



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meinefresse 22.10.2010
1. Quelle Fürth...
Als Amazon nach Deutschland kam haben sie Festivals gesponsert, dort noch Gutscheine verteilt und mit kostenlosem Versand geworben, zufriedene Kunden haben neue Kunden akquiriert. Auch das Angebot an Zahlungsmöglichkeiten (Lastschrift, Kreditkarte, ...) hat die Konkurrenz damals nicht geboten. Hätten die Entscheidungsträger bei Quelle & Co auch nur einen Funken Verstand und Marktgespür gehabt wären sie Amazon entweder zuvor gekommen oder hätten massivst in den Internetversand investiert und auch versandkostenfrei geliefert. Schade, so hat man sich selbst ins Abseits gestellt...
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