Quartalszahlen Facebooks Gewinn sinkt deutlich

Obwohl Facebook seinen Umsatz im letzten Quartal deutlich steigern konnte, bleibt für den Konzern unterm Strich weniger übrig. Der Grund: Das Online-Netzwerk kämpft mit hohen Kosten. Die Anleger reagierten skeptisch.

Das soziale Netzwerk Facebook: Mehr Kosten, weniger Gewinn
Corbis

Das soziale Netzwerk Facebook: Mehr Kosten, weniger Gewinn


Das Online-Netzwerk Facebook hat im zweiten Quartal deutliche Abstriche beim Gewinn machen müssen. Der Überschuss sank von April bis Juni um gut neun Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 719 Millionen Dollar (653 Mio Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die Ausgaben stiegen kräftig um 82 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Der Konzern hatte bereits eine Investitionsoffensive angekündigt: Er steckt unter anderem viel Geld in Rechenzentren.

Facebook treibt außerdem die Werbung auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablet-PCs voran. Auch Angebote wie der SMS-Ersatz WhatsApp oder der Fotodienst Instagram werden weiterentwickelt. Dass die Kosten so stark zulegen würden, hatten Analysten aber nicht kommen sehen.

Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar und übertraf damit die Prognosen der Wall Street. "Es war ein weiteres starkes Quartal für unsere Community", kommentierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Zahlen.

Die weltweite Zahl der Nutzer, die mindestens einmal im Monat bei Facebook vorbeischauen, stieg im Juni um 13 Prozent zum Vorjahr auf 1,49 Milliarden. Die besonders wertvollen täglich aktiven User nahmen um 17 Prozent auf 968 Millionen zu.

Der Trend zur mobilen Nutzung hält an. Inzwischen greifen 844 Millionen Mitglieder täglich von Smartphones und Tablets auf den Dienst zu - das waren 29 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Werbeeinnahmen - Facebooks wichtigste Geldquelle - stiegen im letzten Quartal um 43 Prozent zum Vorjahr auf 3,8 Milliarden Dollar. Etwa 76 Prozent davon werden mittlerweile auf mobilen Geräte erwirtschaftet.

Auch wenn Gewinn und Umsatz die Markterwartungen übertrafen, drehte die Aktie nachbörslich zunächst ins Minus. Analysten nannten den starken Anstieg der Ausgaben als möglichen Grund.

amt/DPA/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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mmaverick 30.07.2015
1. Zeit Aktien ...
.. zu shorten. Nicht nur Facebook - sondern die Kern-Märkte (S&P 500, Dow, DAX, EuroStoxx). Das Facebook-Geschäftsmodell ist eigentlich nicht der Rede wert: Werbeeinnahmen für nutzlosen Big Data-Müll ("who's interested in Ibiza Hotel advertisements after having gone there on a one-off bachelor weekend trip?") - und noch dazu droht ein ähnliches Schicksal wie den vorherigen "Freundschaftsplattformen" - Technologie leicht zu kopieren. M&A nahe Rekordhoch ... war nahezu immer ein guter Indikator für ein nahendes platzen der Blase.
1zmir 30.07.2015
2.
Keine Erwähnung der Oculus, in die Facebook gerade ordentlich investiert ? Sollte die Brille bei den Nutzern nächstes Jahr ankommen, wird sich der gewünschte Gewinn schon wieder einstellen ...
rebelonline 30.07.2015
3. Facebook
"Die Werbeeinnahmen stiegen um 43%" - meine Werbeanzeigen auf dem Smartphone ebenso. Aber der FB-User hält ja mittlerweile alles aus.
spon-1280943165745 30.07.2015
4. NSA/BND und andere hören/sehen mit
Es ist zwar richtig, der Ertrag ist gesunken, aber die Rendite ist immer noch ganz ordentlich. Nur manche Investoren können den Hals mal wieder nicht voll kriegen. Dazu kommt wohl auch noch die Tatsache das die Integration von Instagram und Whatsapp nicht umsonst ist. Das zu dem Einbruch, grundsätzlich halte ich FB und andere derartige Dienste für überflüssig, ähnlich wie ein Kropf. Solange wie Nutzer ohne nachzudenken dort persönliche Daten und Bilder öffentlich machen wird jedes Persönlichkeitsrecht mit den Füssen getreten.
SpitzensteuersatzZahler 30.07.2015
5.
Ich bin mir sicher, dass Facebook neuerdings die Daten nutzt, die WhatsApp aus dem Adressbuch zieht. FB schlägt mir 'Freunde' vor, zu denen ich keinerlei Beziehung habe außer dass ich ihre Handynummer eingepeichert habe...
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