Quelle-Einbindung Otto läuft die Zeit davon

Die Integration von Quelle wird für die Hamburger Otto Group ein echter Kraftakt. Aufsichtsratschef Michael Otto sagte dem SPIEGEL, dass mit Hochdruck an der Umorganisation des Russland-Geschäfts gearbeitet werde. Zudem kündigte er an, den Namen Quelle weiter zu nutzen.

Sieht sich unter enormem Zeitdruck: Aufsichtsratsvorsitzender Michael Otto
dpa

Sieht sich unter enormem Zeitdruck: Aufsichtsratsvorsitzender Michael Otto


Das Hamburger Versandhaus Otto steht bei der Integration der aus der Insolvenzmasse gekauften Teilbereiche des Quelle-Konzerns unter "enormem Zeitdruck". Das betonte Michael Otto, ehemaliger Firmenchef und jetziger Aufsichtsratsvorsitzender, in einem Interview mit dem SPIEGEL. Noch im Dezember wird das Lager in Leipzig, das bislang die von Otto übernommene Quelle-Tochter in Russland beliefert, endgültig geschlossen. Danach müsse die Belieferung komplett von Otto bewerkstelligt werden. Gleichzeitig, so Michael Otto, müsse eine neue IT-Struktur aufgebaut und ein spezielles Sortiment für die Russland-Kunden zusammengestellt werden. "Das alles ist ein echter Kraftakt", sagte Otto.

In dem Interview gab der langjährige Konzernchef, der seit Herbst 2007 den Aufsichtsrat leitet, auch weitere Details zu den von der Otto Group übernommenen Rechten an der Traditionsmarke Quelle bekannt. So arbeiten in Deutschland "zurzeit mehrere Projektgruppen mit Hochdruck daran, Konzepte zu entwickeln". Sicher sei dabei schon jetzt: "Wir werden den Namen Quelle und die entsprechenden Internet-Domains bestimmt nicht brachliegen lassen."

Außerdem dürfe jedes Unternehmen der Otto Group die Adressdatei des Ex-Konkurrenten einmalig "für ein Jahr exklusiv nutzen". Auf die Bestellhistorie der Kunden habe Otto dabei keinen Zugriff und auch nicht auf die Adressen. Vielmehr würden die geplanten Mailing-Aktionen von einem unabhängigen Broker durchgeführt. "Nur wer daraufhin etwas bestellt, landet in unserer Adressdatei", versicherte Otto. Die alten Daten "verbleiben in Fürth und sind dort geschützt".

Firmenchef Otto, der sich erstmals zum schnellen Ende des Erzkonkurrenten äußerte, bekräftigte erneut sein Interesse an der Übernahme einiger Spezialversender aus dem zusammengebrochenen Quelle-Reich sowie einiger Filialen von Karstadt Sport. Verhandlungen gebe es derzeit allerdings nicht. "Die Sporthäuser werden nicht an Wert gewinnen, je länger der Verkaufsprozess dauert", sagte Otto.



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