Coronakrise Ralph Lauren produziert jetzt Masken und Kittel

Krankenschwestern einer US-Klinik zogen sich in der Coronakrise Müllsäcke an. Nun will Modemacher Ralph Lauren Masken und Kittel fertigen. Auch Stoff für Baseballtrikots soll umfunktioniert werden.
Ralph Lauren (Archivbild 2017): "Geist der Zusammengehörigkeit"

Ralph Lauren (Archivbild 2017): "Geist der Zusammengehörigkeit"

Foto:

Desiree Navarro/ Getty Images

250.000 Atemschutzmasken und 25.000 Schutzkittel für medizinisches Personal sollen in einem ersten Schritt gefertigt werden: Der US-Modedesigner Ralph Lauren beteiligt sich am Kampf gegen die in seinem Land bereits besonders grassierende Pandemie. Eine entsprechende Produktionsverlagerung kündigte der Hersteller an . Die Stiftung wolle zudem zehn Millionen Dollar zur Bekämpfung des Virus spenden.

"Im Herzen unseres Unternehmens hat es immer einen Geist der Zusammengehörigkeit gegeben, der unsere Kreativität, unser Vertrauen und vor allem unsere gegenseitige Unterstützung inspiriert", sagte Modeschöpfer Ralph Lauren der Mitteilung zufolge. "In den vergangenen Wochen und Monaten hat dieser Geist nie nachgelassen."

Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen in den USA hatten zuletzt wiederholt über einen Mangel an Schutzausrüstung bei der Behandlung von Covid-19-Patienten geklagt. Auf Bildern eines New Yorker Krankenhauses ist zu sehen, wie Krankenschwestern sich bereits mit Plastikmüllsäcken schützen .

In der weltweit angespannten Lage haben auch andere Modeunternehmen ihre Unterstützung angekündigt. Unter anderem die Modeketten H&M und Prada gaben bekannt, ihre Kapazitäten zur Herstellung von Atemschutzmasken und anderer Schutzbekleidung umzubauen. In Deutschland will der baden-württembergische Textilkonzern Trigema die Produktion zum Teil umstellen, der angeschlagene Hemdenhersteller Eterna sieht in Schutzausrüstung gar eine echte Chance für das Unternehmen. Am Nutzen für das medizinische Personal bestehen bei einfachen Stoffmasken jedoch Zweifel.

Schutzkleidung im Look der New York Yankees

In den USA will nun auch das für die Trikot-Herstellung im Sport bekannte Textilunternehmen Fanatics zumindest teilweise auf Schutzkleidung umsatteln. Statt die Ausrüstung für Mannschaften aus der Major League Baseball (MLB) herzustellen, sollen bis zu eine Million Masken und weitere Schutzkleidung für Krankenhausmitarbeiter produziert werden. Das bestätigte Michael Rubin, Milliardär und Vorsitzender von Fanatics.

"Die Coronakrise hat unser Land dazu gezwungen, kooperativer, innovativer und strategischer als je zuvor zu sein", teilte Rubin mit. "Da die Nachfrage nach Masken und Schutzkleidung gestiegen ist, haben wir das Glück, gemeinsam mit der MLB einen einzigartigen Weg gefunden zu haben, um beim Kampf gegen das Virus die Arbeiter an vorderster Front zu unterstützen." Eine erste Ladung von Masken und Schutzkleidung sei bereits aus dem Stoff hergestellt worden, der ursprünglich für Trikots der New York Yankees und der Philadelphia Phillies vorgesehen war.

Auch andere Branchen wie die Autoindustrie arbeiten daran, in der Coronakrise schon bald auch medizinisches Zubehör herstellen zu können - vor allem Teile für Beatmungsgeräte aus 3D-Druckern. Doch Experten setzen in die Hilfe der Autokonzerne keine allzu großen Hoffnungen: Ingenieure halten den Umbau hochspezialisierter Produktion für unrealistisch.

apr/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.