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29. Dezember 2010, 13:10 Uhr

Ranking

Japaner halten Deutsche Bank für wichtigstes Institut der Welt

Japanische Finanzkontrolleure haben laut einem Pressebericht eine Liste mit den 60 wichtigsten Banken der Welt aufgestellt: Die Deutsche Bank steht überraschend auf Platz eins - vor den US-Geldhäusern Goldman Sachs und JP Morgan.

Tokio - Diese Rangfolge ist überraschend: Ein Kollaps der Deutschen Bank wäre aus Sicht der japanischen Finanzaufsicht schlimmer als der Crash jedes anderen Geldhauses der Welt. Wie die Zeitung "Mainichi" am Mittwoch berichtet, haben japanische Bankenaufseher eine Liste der weltweit systemrelevanten Banken erstellt - und die werde von der Deutschen Bank angeführt, gefolgt von den US-Instituten Goldman Sachs und JP Morgan. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Insgesamt stehen dem Bericht zufolge 60 Institute auf der Vorschlagsliste der japanischen Regulierer für den Finanzstabilitätsrat (FSB), der mit Bankaufsehern aus der ganzen Welt besetzt ist. In den nächsten Wochen dürften weitere Länder mit ihren Einschätzungen folgen. Der FSB will bis Mitte 2011 entscheiden, welche Großbanken so stark international vernetzt sind, dass ihr Kollaps das Finanzsystem ins Wanken bringen kann.

Diesen weltweit etwa 20 bis 30 Häusern drohen dann Aufschläge auf die neuen Kapitalvorschriften Basel III, um Verluste besser abfedern zu können. Über diese zusätzlichen Auflagen sollen die Aufseher in den einzelnen Ländern aber weitgehend selbst entscheiden können. Damit soll das Risiko verringert werden, dass eines der wichtigen großen Häuser - wie einst Lehman Brothers - zusammenbricht, andere mitreißt und eine weitere Bankenkrise verursacht.

Es ist seit längerem klar, dass aus Deutschland voraussichtlich nur die Deutsche Bank als global systemrelevant eingestuft werden dürfte. Überraschend ist indes, dass sie nun - zumindest von den Japanern - auf Platz eins der Liste gesetzt wird. Die erste japanische Bank findet man auf der Liste mit Nomura erst auf Platz 19.

Zwar gebe es kein System, um Systemrelevanz zu messen, sagte Bankenprofessor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim. "Wir haben aber eine Vorstellung davon, was es bedeutet, und dass die Deutsche Bank eines der am stärksten globalisierten Institute weltweit ist, ist nicht zu leugnen."

wit/Reuters/dpa-AFX

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