Ranking zu Wirtschaftsprognosen Die besten Kaffeesatzleser in der Krise

Peinlicher Platz: Eine Studie hat die langfristige Treffsicherheit von Wirtschaftsprognosen für Deutschland ausgewertet. Dabei hat ausgerechnet die Institution schlecht abgeschnitten, die es eigentlich am besten wissen sollte - die Bundesregierung.

Wirtschaftsminister Brüderle: Vielleicht macht die neue Regierung treffsichere Prognosen
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Wirtschaftsminister Brüderle: Vielleicht macht die neue Regierung treffsichere Prognosen


Hamburg - Konjunkturprognosen gibt es viele - doch wie genau die Vorhersagen der Experten über die Entwicklung der Wirtschaft sind, wird nur selten überprüft. Etwa durch die "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Die Zeitung kam nun zu dem Ergebnis, dass ausländische und kleine Banken die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren am besten vorhergesagt haben.

Die zuverlässigsten Prognosen lieferte demnach ein Hamburger Ökonom: Carsten Klude von der Privatbank M.M. Warburg. Auf den Plätzen zwei und drei des Prognostiker-Rankings folgen sogar zwei Banken, die Deutschlands Wirtschaft von Paris und London aus analysieren: die Société Générale und die Bank of America.

Für ihre Studie hat die "FTD" die Vorhersagen von 50 Banken und Instituten seit 2002 untersucht. Ausschlaggebend waren die Prognosen des Bruttoinlandsprodukts sowie die Schätzungen über die Entwicklung von Exporten, Konsum und Investitionen.

Eher schlechte Trefferquoten hatten das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Wenig ruhmvoll waren auch die Vorhersagen der Bundesregierung. Sie landete in der Untersuchung auf einem miesen Platz.

Die 25 besten Prognostiker (Langfristauswertung 2002-2009)

Rang Bank/Institution Schnitt*
1 M.M. Warburg 9,4
2 Société Générale 10,5
3 Bank of America 11,0
4 Ifo-Insitut München 16,6
5 Dekabank 17,4
RWI-Insitut Essen 17,4
7 Deutsche Bank GM 17,6
8 SEB Bank 17,8
9 CSFB 18,3
10 Morgan Stanley 18,9
11 Institut für Weltwirtschaft 19,3
12 Goldman Sachs 19,4
13 IMK-Institut Düsseldorf 20,0
HWWI-Institut Hamburg 20,0
15 IWH-Institut Halle 20,6
16 Deutsche Bank Research 21,3
17 Sal.Oppenheim 22,0
18 Landesbank Berlin 22,6
19 BNP Paribas 23,7
20 Global Insight 23,8
21 JP Morgan 24,9
22 BHF Bank 25,9
23 Bank Julius Bär 26,3
24 WGZ Bank 26,4
Bundesregierung 26,4

* durchschnittlicher Rang in acht Jahren

Quelle: FTD Prognostiker des Jahres

sja



insgesamt 1577 Beiträge
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Seite 1
lalito 13.08.2009
1. tja
Zitat von sysopDie deutsche Wirtschaft wächst wieder, wenn auch nur leicht. Ist die Rezession jetzt vorbei? Oder muss man mit weiteren Rückschlägen rechnen - zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt?
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wär schön, käme es nicht so schlimm wie befürchtet! Mal sehen wie es nach der Wahl wird, wenn die Zeche für die "systemrelevante" Rettung bei jedem einzelnen Individuum des Systems eingefordert wird.
Crom 13.08.2009
2.
Der Arbeitsmarkt wird nicht so schnell nachziehen, aber eine Rezession ist auch eine Chance. Die Unternehmen rationalisieren und werden dadurch wieder profitabel, was Ausgangspunkt für neues Wachstum darstellt.
sinnsucher, 13.08.2009
3. Huch! Kurz vor den Wahlen häufen sich die guten Nachrichten...
...ein Schelm, wer böses dabei denkt... wenn ich mir auch bei sonst nicht vielem mehr sicher bin, eins weiß ich genau: ich möchte nicht, dass alles einfach weiter geht wie VOR der Krise.
tmayer, 13.08.2009
4. Der Spiegel
hat sich hier wohl ein gewaltiges Eigentor geschossen mit seiner ständigen Schwarzmalerei. Düstere Aussichten und ewige Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise von vor 80 Jahren. Jetzt muss man sich die Frage gefallen lassen, ob man mit dieser Negativpolemik nicht gewaltig übertrieben hat und ob der Spiegel nicht an Glaubwürdigkeit verloren hat.
I'm a Substitute 13.08.2009
5.
Zitat von sysopDie deutsche Wirtschaft wächst wieder, wenn auch nur leicht. Ist die Rezession jetzt vorbei? Oder muss man mit weiteren Rückschlägen rechnen - zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt?
Meinen Sie diese Frage wirklich ernst? Als Mitarbeiter des Online-Portals eines großen Nachrichtenmagazins, das doch nun wirklich jahrzehntelang deutsche Politik und Wirtschaftsgeschichte begleitet und (zeitweilig sogar kritisch!) unter die Lupe genommen hat, ist Ihnen doch klar, daß ein "numerisches Wachstum" von vielleicht 2% (Containerumschlag im Hamburger Hafen) KEINEN Effekt auf den Arbeitsmarkt besitzt.
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