Rating-Agentur Moody's verpasst Deutscher Bank schlechtere Note

Da wird sich Josef Ackermann ärgern: Die Rating-Agentur Moody's hat die Bonitätsnote der Deutschen Bank herabgestuft. Als Begründung nannten die Experten die Konzentration des Instituts auf das Kapitalmarktgeschäft.

Josef Ackermann: Der Vorsteuergewinn der Deutschen Bank soll sich verdoppeln
AP

Josef Ackermann: Der Vorsteuergewinn der Deutschen Bank soll sich verdoppeln


London - Moody's sieht Risiken beim größten Geldhaus der Republik: Die Rating-Agentur gibt der Deutschen Bank Chart zeigen eine schlechtere Bonitätsnote und stuft das Rating um zwei Stufen auf "Aa3/C+" von "Aa1/B" zurück. Das teilte die Agentur am Donnerstag mit. Der Ausblick ist stabil. Die Deutsche Bank erklärte, sie sehe durch die Herabstufung keine substantiellen Auswirkungen auf ihre Finanzierungskosten.

Als Grund nannte Moody's die Fokussierung der Bank auf das Kapitalmarktgeschäft, die das Ergebnis anfällig für Schwankungen mache. Zudem hätten sich die vermeintlich stabilen Sparten wie das Privat- und Firmenkundengeschäft nicht so entwickelt wie erwartet. Bei einer Verschärfung des Wettbewerbs im Investmentbanking werde es für die Deutsche Bank schwieriger werden, ihre ambitionierten Ziele zu erreichen. Die Rating-Agentur habe deshalb Bedenken, dass das Institut größere Risiken eingehe, um dem dann einsetzenden Druck der Investoren standhalten zu können.

Herabstufung belastet Euro

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will den Vorsteuergewinn des Instituts bis 2011 auf zehn Milliarden Euro verdoppeln. 2009 hatte die Bank netto fünf Milliarden Euro verdient. Ein Grund für die rasche Erholung nach Ausbruch der schwersten Finanzkrise seit Jahren war das Anleihegeschäft dank des hohen Finanzbedarfs klammer Staaten und Unternehmen.

Als einen weiteren Grund für die Senkung der Bonitätsnote nannten die Moody's-Experten Verzögerungen bei der Komplettübernahme der Postbank, wodurch sich die erhofften Vorteile für die Deutsche Bank durch die Akquisition verzögerten. Die Deutsche Bank hält rund 30 Prozent an der Postbank und will das auf Privatkunden spezialisierte Institut vollständig übernehmen.

Die Herabstufung belastete auch den Euro in Dollar Chart zeigen. Die Gemeinschaftswährung fiel auf ein Tagestief von 1,3552 Dollar. "Wenn die Deutsche Bank heruntergestuft wird, fürchtet man, es könnte auch andere treffen. Man geht deshalb aus dem Risiko raus und flüchtet sich in den als sicher geltenden Dollar", sagte ein Devisenhändler.

böl/Reuters



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