Verdacht auf Preisabsprachen Razzia bei Media Markt und Saturn in Österreich

Die Elektronikhändler Media Markt und Saturn stehen in Österreich unter Druck. Kartellwächter haben Filialen der Unternehmen durchsucht. Sie vermuten Preisabsprachen mit dem Hersteller Philips bei Unterhaltungs- und Haushaltsgeräten.
Schild von Media Markt und Saturn vor Firmenzentrale in Ingolstadt: Hausdurchsuchungen

Schild von Media Markt und Saturn vor Firmenzentrale in Ingolstadt: Hausdurchsuchungen

Foto: Armin Weigel/ dpa

Wien - Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde hat den Ableger der deutschen Elektrohandelsketten Media Markt und Saturn im Visier. Wie jetzt bekannt wurde, durchsuchten Anfang Januar Beamte Filialen der Unternehmen. Von der Razzia betroffen war auch der Hersteller Philips.

Das berichtete die österreichische Tageszeitung "Die Presse" vorab . Die Wettbewerbshüter vermuten Preisabsprachen zwischen Philips und Media Markt und Saturn als Einzelhändler zu Lasten des Verbrauchers. "Es gab Hausdurchsuchungen bei Saturn, Media Markt und Philips ", bestätigte ein Sprecher der Wiener Bundeswettbewerbsbehörde. Es gehe um den österreichischen Online-Handel.

Die beiden Elektrohandelsketten gehören zum deutschen Handelskonzern Metro. Eine Sprecherin der Konzerntochter sagte: "Media Markt und Saturn standen und stehen den Behörden selbstverständlich bei allen Fragen umfassend und mit voller Kooperationsbereitschaft zur Verfügung."

Zu Beginn des Jahres hatte der Media-Saturn-Miteigner Erich Kellerhals die Strategie von Vorstandschef Olaf Koch scharf angegriffen. Metro und Kellerhals liegen seit Jahren im Clinch um die Macht bei Media-Saturn.

Im Dezember vergangenen Jahres wurde der frühere Deutschland-Chef von Media Markt zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Dem Urteil zufolge nahm der Manager von einem Unternehmer für Aufträge Schmiergeld an.

kha/Reuters
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