Reaktion auf Selbstmordserie France-Télécom-Boss tritt ab

Mehr als 30 Mitarbeiter nahmen sich seit 2008 das Leben - nun räumt France-Télécom-Chef Didier Lombard vorzeitig seinen Posten. Nachfolger des Managers wird die bisherige Nummer zwei im Konzern. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen die Arbeitsbedingungen drastisch verschärft.
Top-Manager Lombard: Rückzug von der France-Télécom-Spitze

Top-Manager Lombard: Rückzug von der France-Télécom-Spitze

Foto: MIGUEL MEDINA/ AFP

Paris - Der französische Kommunikationsriese kommt nicht zur Ruhe: Nach einer Reihe von Selbstmorden im Konzern zieht sich der Chef von France Télécom   Didier Lombard aus der operativen Führung des französischen Telefonkonzerns zurück.

Wie das Unternehmen am Montag ankündigte, soll die bisherige Nummer zwei Stéphane Richard vom 1. März an als Vorstandschef für die Geschäftsführung verantwortlich sein. Lombard wollte ursprünglich noch rund ein Jahr länger alleiniger Chef des Konzerns mit rund 190 Millionen Kunden bleiben.

In einem Interview mit der Onlineausgabe der französischen Tageszeitung "Le Figaro" äußerte Lombard sein Bedauern über den Umgang mit der Selbstmordserie, die das Unternehmen seit 2008 erschüttert. Über 30 Mitarbeiter des Konzerns nahmen sich seit diesem Zeitpunkt das Leben.

Arbeitnehmervertreter werten dies als Ergebnis harter Arbeitsbedingungen und des Programms "time to move" zum schnellen Stellenwechsel. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern rund 22.000 Stellen gestrichen

Lombard wolle sich als Verwaltungsratschef nur noch um die strategische und technologische Orientierung kümmern, hieß es in der Ankündigung von France Télécom. Die neue Machtteilung muss noch vom Verwaltungsrat bestätigt werden.

Stéphane Richard war erst kürzlich aufgestiegen, nachdem sein Vorgänger vor dem Hintergrund der Selbstmordserie ausgewechselt worden war. Richard war von 2007 bis 2009 Kabinettsdirektor von Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und steht Präsident Nicolas Sarkozy nahe. Auch zu den Gewerkschaften soll er gute Beziehungen pflegen.

jok/dpa/AFP
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