Reaktion auf Sex-Party Ergo storniert Monaco-Trip für Top-Vertreter

Das Wort Lustreise hat seit kurzem einen seltsamen Beigeschmack: Die Hamburg-Mannheimer hatte Mitarbeitern einen Ausflug inklusive Prostituierter bezahlt. Nun streicht der Mutterkonzern Ergo Angestellten einen Monaco-Trip.

Monaco bei Nacht: Incentive-Reise für Ergo-Vertreter gestrichen
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Monaco bei Nacht: Incentive-Reise für Ergo-Vertreter gestrichen


Düsseldorf - Die Ergo-Versicherungsgruppe hat eine Belohnungsreise für Top-Verkäufer abgesagt. Ursprünglich sollten die Vertriebsleute der Firma kommendes Wochenende nach Monaco fliegen, wo das Formel-1-Rennen stattfindet. Angesichts der Sex-Affäre hält die Firma das aber nun für unpassend. "Eine solche Reise passt aktuell nicht ins Umfeld", sagte ein Unternehmenssprecher. "Die Absage ist aber kein Eingeständnis, dass auf der Reise irgendetwas zu beanstanden gewesen wäre."

Für Verwirrung sorgt zudem ein Bericht der "Bild"-Zeitung. Diese hatte unter der Schlagzeile "Hier kokst der Kollege von Herrn Kaiser" über angebliche "Drogenexzesse" erfolgreicher Hamburg-Mannheimer-Vertreter in Dubai und auf Mallorca berichtet. Die Zeitung druckte Fotos, auf denen ein Mann und eine Frau zu sehen sind, vor ihnen auf einem Glastisch liegt eine weiße Substanz, in der Hand haben beide einen zusammengerollten Schein, beide scheinen das Pulver zu schnupfen. Kokain?

Ergo dementierte, dass auf der Reise Kokain geschnupft worden sei. "Die Berichterstattung ist unwahr", teilte ein Sprecher mit. Die veröffentlichten Fotos "zeigen ein Trinkspiel mit Salz, Tequila und Zitronensaft. Dazu gehört das Einschnupfen von Salz durch die Nase." Dazu lägen eidesstattliche Versicherungen der abgebildeten Personen vor.

Klopp lässt Werbevertrag ruhen

Die Hamburg-Mannheimer hatte im Juni 2007 die traditionsreiche Gellert-Therme in Budapest angemietet und dort eine Betriebsfeier veranstaltet. Zahlreiche Prostituierte sollen bezahlt worden sein, um den 100 besten Vertretern zu Diensten zu sein.

Wegen des Skandals verliert die Mutterfirma Ergo nun einen prestigeträchtigen Werbepartner. Jürgen Klopp, der Trainer des neuen deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund, lässt seinen Vertrag mit der Versicherung ruhen. "Was man von dieser Reise liest, kann man nur aufs Schärfste verurteilen", sagte Klopps Berater Marc Kosicke dem "Handelsblatt". "Wir verlangen eine lückenlose Aufklärung. Solange nicht klar ist, ob heute noch Teilnehmer der Reise für die Hamburg-Mannheimer aktiv sind, wird Herr Klopp keine Vorträge mehr für das Unternehmen halten."

Klopp ist seit Juli 2010 offizieller Botschafter der Hamburg-Mannheimer, eines Vertriebsarms der Ergo Lebensversicherung AG, die wiederum zur Ergo Versicherungsgruppe gehört. Der Meistertrainer hält vor Nachwuchskräften und Führungskräften Motivationsseminare zum Thema Führung.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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quadraginti, 24.05.2011
1. Banker
Zitat von sysopDas Wort Lustreise hat seit kurzem einen seltsamen Beigeschmack: Die Hamburg-Mannheimer hatte Mitarbeitern einen Ausflug inklusive Prostituierter bezahlt. Nun streicht der Mutterkonzern Ergo Angestellten einen Monaco-Trip. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,764636,00.html
Was bei den Versicherungen möglich ist, dfürfte bei den *Banken ja nicht ausgeschlossen *sein. Da sollte mal recherchiert werden. Villeicht wird dann bekannt wo all die *Miliarden Euros *geblieben sind?
Airkraft 24.05.2011
2. Gute Idee!
Solche "Dienstleistungen" kann Mann auch vor Ort in Anspruch nehmen, Allein deswegen braucht man/Mann nicht extra bis nach Monaco zu reisen.
TBa 24.05.2011
3. Salz durch die NASE?
Mir ist es ja im Prinzip wurscht was die da so treiben - ist sicher kein Einzelfall, speziell nicht im Vertrieb. Die ERGO deswegen jetzt zum schwarzen Schaf der Branche zu erklären führt deswegen meiner Meinung nach zu weit, egal ob man solche "Incentive-Reisen mit Körperkontakt" gutheißt oder nicht. Defintiv das Lächerlichste, was ich in letzter Zeit gelesen habe, ist aber folgendes Statement: "Ergo dementierte, dass auf der Reise Kokain geschnupft worden sei. "Die Berichterstattung ist unwahr", teilte ein Sprecher mit. Die veröffentlichten Fotos "zeigen ein Trinkspiel mit Salz, Tequila und Zitronensaft. Dazu gehört das Einschnupfen von Salz durch die Nase." Dazu lägen eidesstattliche Versicherungen der abgebildeten Personen vor." Zum Tequila Salz durch die NASE? Das ist ja noch bescheuerter als Mr. Clintons "gezogen, aber nicht inhaliert"...
elfe12, 24.05.2011
4. Wow, toller Beitrag
Zitat von quadragintiWas bei den Versicherungen möglich ist, dfürfte bei den *Banken ja nicht ausgeschlossen *sein. Da sollte mal recherchiert werden. Villeicht wird dann bekannt wo all die *Miliarden Euros *geblieben sind?
Deutschland - ein Land der Wutbürger und Moralisten. Alle entrüstet... Mach ich doch mal auf gleichem tiefen Niveau weiter: Die Lustreise kostete 83000 EUR. Für 100 Leute. Man könnte also für lächerliche 66.4 Mill. allen 80 Mill. Deutschen so etwas gönnen.
taubenvergifter 24.05.2011
5. ...
Zitat von elfe12Deutschland - ein Land der Wutbürger und Moralisten. Alle entrüstet... Mach ich doch mal auf gleichem tiefen Niveau weiter: Die Lustreise kostete 83000 EUR. Für 100 Leute. Man könnte also für lächerliche 66.4 Mill. allen 80 Mill. Deutschen so etwas gönnen.
Abgesehen von Ihrer Schwäche in Sachen Mathe... Kennen Sie denn außerhalb ihres Heimatortes einen Platz mit so vielen Nutten und Call-Boys, der diesen Ansturm bedienen könnte ;-)?
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