Rechtsstreit mit dem NDR Kik bangt um seinen Ruf

Im Rechtsstreit um einen vermeintlich rufschädigenden NDR-Beitrag hat der Textildiscounter Kik einen Rückschlag erlitten. Das Landgericht Hamburg gab dem beklagten Sendehaus zum Teil Recht. Kik hatte Gegenteiliges behauptet.
Auslage der Textilkette Kik: Der Discounter streitet mit dem NDR

Auslage der Textilkette Kik: Der Discounter streitet mit dem NDR

Foto: ddp

Kik

Die NDR-Reportage "Die Kik-Story - die miesen Methoden des Textildiscounters" wird weiter die Gerichte beschäftigen. Vergangene Woche brüstete sich damit, vor dem Hamburger Landgericht gleich in mehreren Punkten gegen den angeblich "rufschädigenden" Beitrag erfolgreich gewesen zu sein. Tatsächlich jedoch obsiegte in dem schon seit Wochen schwelenden Streit in wesentlichen Punkten der NDR.

Dass die Heizungen in einer Filiale sechs Winter lang defekt gewesen seien, verdeckt tätige Reporter des Senders von 9 bis 20 Uhr als Arbeitskräfte für Kik bereitstehen mussten und der Discounter Billigsocken zu Markenware veredelt - alles das darf der Sender weiter behaupten. Der NDR-Beitrag habe aber Fabriken in Bangladesch gezeigt, die nicht für den Discounter produzierten, wurde eine Kik-Sprecherin noch nach der Gerichtsentscheidung zitiert. In ihrer einstweiligen Verfügung hatten die Richter jedoch einen diesbezüglichen Vorwurf des Discounters zurückgewiesen, da es sich um Symbolbilder gehandelt habe.

NDR

Erfolgreich war Kik etwa mit dem Punkt, es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, als habe Firmenchef Stefan Heinig zwei Busse für einen Fußballverein gesponsert. Schon zuvor war der medienscheue Heinig mit dem Versuch gescheitert, eine Sequenz verbieten zu lassen, in der er von einem Reporter befragt wurde. Der will mit einem Widerspruch gegen den verbleibenden Rest der Verfügung vorgehen. Kik hält sich dagegen weiter für ein "sozial verantwortliches" Unternehmen und will versuchen, den kompletten Beitrag verbieten zu lassen.

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