Mit Putin-Fotomontage Aktivisten protestieren gegen Russlandgeschäft von Red Bull

Der österreichische Getränkehersteller Red Bull macht weiter Geschäfte in Russland. Aktivisten kritisierten das nun mit einem Banner vor der Zentrale in Fuschl am See: Das Unternehmen verleihe »Putin Flügel«.
Protestaktion in Fuschl am See, Banneraufschrift »Red Bull verleiht Putin Flügel«

Protestaktion in Fuschl am See, Banneraufschrift »Red Bull verleiht Putin Flügel«

Foto: Handout / Getty Images

Im österreichischen Fuschl am See haben proukrainische Aktivisten gegen die Russlandgeschäfte von Red Bull demonstriert. Vor der Zentrale des Energydrink-Herstellers spannten die Aktivisten ein nach ihren Angaben 400 Quadratmeter großes Banner auf. Der russische Präsident Wladimir Putin war darauf abgebildet, wie er den Stier im Logo der Firma reitet. »Red Bull verleiht Putin Flügel«, stand auf Englisch darüber, in Anspielung auf den Werbespruch der Firma »Red Bull verleiht Flügel«.

Hinter der Aktion steht das »Ukraine Solidarity Project«, nach eigenen Angaben »ein Netzwerk von internationalen und ukrainischen Aktivisten, die Unternehmen, die in Putins Russland Geschäfte machen, anprangern«. Man sei zur Zentrale gekommen »um eine neue, ehrliche Red-Bull-Werbekampagne zu starten«, schrieb die Gruppierung auf Twitter.

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Auf einer Website  wandten sich die Aktivisten an Athletinnen und Athleten, die Red Bull sponsert. »Mit der Entscheidung, Red Bull in Supermärkten in ganz Russland zu verkaufen, signalisieren die Chefs des Unternehmens, dass sie gerne weiterhin Steuern an das Kreml-Regime zahlen und dass Putins Krieg kein Hindernis für ihre Gewinne ist«, kritisierte die Gruppierung. Andere Marken  hätten sich dagegen aus Russland zurückgezogen.

Stellungnahme von Red Bull steht aus

Die Aktivisten forderten von Red Bull gesponserte Athletinnen und Athleten auf, sich öffentlich zu äußern und so dazu beizutragen, »dass Red Bull in diesem Krieg keine Rolle mehr spielt«.

Auf der Website der Firma findet sich seit Längerem eine knappe Stellungnahme : »Red Bull hat Anfang März alle Marketingaktivitäten und neuen Investitionen in Russland eingestellt und hält sich an alle EU- und US-Sanktionen«, heißt es dort. Dies schickte Red Bull auch als Antwort auf eine aktuelle SPIEGEL-Anfrage. Auf konkrete Fragen zum Russlandgeschäft und die Bitte um eine Stellungnahme zur Protestaktion ging die Firma nicht ein. Die Aktivisten geben an, Red Bull habe eine Gesprächsanfrage vor Ort abgelehnt.

In einer Liste  der US-Universität Yale über die Aktivitäten von Unternehmen in Russland landet Red Bull in der zweitschlechtesten von fünf Kategorien. In dieser Kategorie sind Firmen, die ihr Geschäft zwar eingeschränkt, sich aber nicht komplett aus dem Markt zurückgezogen haben. (Lesen Sie hier  einen Artikel aus dem Mai, warum einige Firmen den Rückzug aus Russland scheuten.) Andere Firmen, wie die japanische Sportbekleidungsmarke Asics oder das US-Unternehmen Tupperware, würden sogar komplett ihr »business as usual« fortführen.

kko
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