Umstrittene Investoren Chinesen wollen Mehrheit am Hafen Piräus

Schon der Einstieg sorgte für Konflikte. Dennoch will der chinesische Cosco-Konzern nun seine Beteiligung an Griechenlands größtem Hafen Piräus ausbauen. Bei der Hafengesellschaft weiß man angeblich von nichts.

Schiff in Piräus: Knapp zwei Millionen Container pro Jahr
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Schiff in Piräus: Knapp zwei Millionen Container pro Jahr


Athen - Mit Privatisierungen will Griechenland in den kommenden Jahren Milliarden für die klamme Staatskasse erlösen, die Verkäufe kommen bislang nur schleppend voran. Nun aber könnte es offenbar bald ein Angebot geben: Der chinesische Reederei-Konzern Cosco Chart zeigen will laut der Finanzzeitung "Imerisia" eine Milliarde Euro in den griechischen Hafen Piräus investieren und damit einen Anteil von 60 Prozent erwerben. Dem Bericht zufolge will Cosco sein Angebot vorlegen, wenn die griechische Regierung über das Verfahren zur Privatisierung der beiden größten Häfen des Landes Piräus und Thessaloniki entschieden hat.

Piräus ist noch zu 74 Prozent in Staatsbesitz, doch Cosco hält bereits eine größere Beteiligung am Hafen von Piräus und betreibt seit einigen Jahren einen Teil des Containerhafens. Das Engagement der Chinesen ist umstritten, Cosco-Angestellte klagten in der Vergangenheit über schlechte Arbeitsbedingungen, die staatliche Hafengesellschaft kritisierte die interne Konkurrenz auf dem Hafengelände.

Ein Vertreter der Hafengesellschaft sagte zu dem Zeitungsbericht, derartige Informationen seien ihm nicht bekannt. Bei der Privatisierungsbehörde Taiped war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Der Hafen von Piräus, der 2011 auf mehr als 20 Millionen Passagiere und 1,7 Millionen Container kam, ist der größte des Landes. Er ist zugleich wichtiger Knotenpunkt für den Warenverkehr nach Osteuropa.

dab/Reuters



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großvisionaer 14.01.2013
1. Ja gut
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINESchon der Einstieg sorgte für Konflikte. Dennoch will der chinesische Cosco-Konzern nun seine Beteiligung an Griechenlands größtem Hafen Piräus ausbauen. Bei der Hafengesellschaft weiß man angeblich von nichts. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/reederei-cosco-chinesen-wollen-mehrheit-am-hafen-piraeus-a-877403.html
Ich findese diese Entwicklung für die Griechen nicht so gut. Was wollen die Chinesen als nächstes ? Etwa das produktiv gearbeitet werden soll ?
uezegei 14.01.2013
2.
Dagegen sollte man doch wohl einen Streik organisieren können.
Kamillo 14.01.2013
3. Macht Sinn.
Das macht für die Chinesen sogar Sinn, denn Piräus liegt auf dem Seeweg wesentlich kürzer als z.B. Genua, Le Havre, Rotterdam oder gar Hamburg, um mal ein paar große europäische Hafen zu nennen, in denen chinesische Waren für den europäischen Markt landen. Als nächstes kauft China noch die grieschiche Staatsbahn, die ist nämlich auch noch zu verkaufen und sorgt dafür, dass es schnelle Bahntrassen durch den Balkan bis nach Österreich und Italien gibt. Dann sehen insbesondere die nordeuropäischen Häfen alt aus.
agua 14.01.2013
4.
Jetzt kommen die Forderungen.Gegenleistungen fuer den Aufkauf von Staatsanleihen.Auch portugiesische Haefen wurden sich von den Chinesen gesichert:Sines,Lissabon und Porto.
brux 14.01.2013
5. ----------
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINESchon der Einstieg sorgte für Konflikte. Dennoch will der chinesische Cosco-Konzern nun seine Beteiligung an Griechenlands größtem Hafen Piräus ausbauen. Bei der Hafengesellschaft weiß man angeblich von nichts. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/reederei-cosco-chinesen-wollen-mehrheit-am-hafen-piraeus-a-877403.html
Na, so was ! Es gibt kaum etwas unproduktiveres als griechische Hafenarbeiter und die staatliche Hafenverwaltung. Dass die Chinesen hier etwas Zug reinbringen, schmeckt den Bonzen natürlich überhaupt nicht. Noch vor wenigen Monaten haben sich griechische Docker geweigert, Kreuzfahrtschiffe mit nicht-griechischer Flagge überhaupt abzufertigen. Mich wundert nur, dass die Chinesen noch mehr investieren wollen. Europäische Konkurrenten haben die Griechen schon lange aufgegeben und in andere Häfen investiert.
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