Gewinneinbruch Reederei Møller-Maersk spaltet Ölgeschäft ab

Fallende Frachtraten und niedrige Preise setzen der Großreederei Møller-Maersk schwer zu. Der dänische Konzern reagiert mit der Abspaltung des Ölgeschäfts - und will das Management verkleinern. 4000 Arbeitsplätze sind bedroht.

Maersk-Tanker
Maersk Tankers

Maersk-Tanker


Der kriselnde dänische Reederei- und Ölriese A.P. Møller-Maersk will sich aufspalten und die Chefetage verkleinern. Das Transportgeschäft und die Energiesparte sollen künftig unabhängig voneinander als eigenständige Unternehmen operieren. Der Konzern war zuletzt wegen extrem niedriger Frachtraten im Containertransport sowie den niedrigen Ölpreisen in Schwierigkeiten geraten und litt unter Gewinneinbrüchen.

"Die Geschäftsbereiche, in denen wir tätig sind, sind sehr unterschiedlich und unterliegen sehr unterschiedlichen Markt- und Wettbewerbsbedingungen", begründete Vorstandschef Michael Pram Rasmussen den geplanten Schritt. Der Konzern will das Ölgeschäft in den kommenden 24 Monaten ganz oder in Teilen abspalten. Das Unternehmen will so das eigene Profil schärfen, mehr Profite und mehr Wachstum erreichen. Bis dahin wolle man sich stärker auf weniger Standorte konzentrieren. Die Transport- und Logistiksparte soll unter dem Namen Maersk erhalten bleiben. Hier will der Konzern durch Investitionen und Aufkäufe wachsen.

Vorstand wird verkleinert

Nachdem der Gewinn des Reedereiriesen im zweiten Quartal massiv eingebrochen war, hatte der neue Chef der Maersk-Gruppe, Søren Skou, eine "strategische Überprüfung" angekündigt. Das Unternehmen hatte unter dem Strich nur 134 Millionen US-Dollar (rund 120 Mio Euro) verdient, im Vergleich zu knapp 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Auch der Umsatz war gesunken, obwohl der Konzern vor allem in den Geschäftsbereichen Schifffahrt und Öl stark gespart hatte. Bis Ende 2017 will Maersk in der Containersparte, dem größten Standbein des Unternehmens, 4000 der etwa 23.000 Stellen streichen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 88.300 Mitarbeiter.

Skou hatte im Juli den bisherigen Maersk-Chef Nils Smedegaard Andersen ersetzt. Er bleibt Chef des Gesamtkonzerns sowie des Transportgeschäfts. Chef des Ölgeschäfts in der neuen Aufteilung soll Claus Hemmingsen werden, der bisher die Tochtergesellschaft Maersk Drilling, ein Bohrunternehmen, verantwortet hat. Maersk Drilling wird Teil des neuen Energieriesen. Drei Mitglieder der Führungsetage verlieren dagegen ihre Posten in der neuen Aufteilung.

Fotostrecke

12  Bilder
Containerschiffe: Das einsame Leben auf den Megapötten

beb/dpa

insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Xavier 22.09.2016
1. Der Niedergang des Welthandels
Aus den Pleiten in der Reederei und in der Schifffahrt und drumher kann man eigentlich nur den Schluss ziehen, dass der Welthandel eingebrochen ist. Schon seltsam, dass die deutschen Medien in ihrer Gleichschaltung über dieses sehr deutliche Symptom des wegbrechenden Welthandels -der für die Exportnation Deutschland existentiell ist- nicht als Entwicklung gezetert wird.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.