Regulierung der Finanzmärkte London plant Klage gegen die EZB

Großbritannien wehrt sich gegen Vorgaben der Europäischen Zentralbank. Streitpunkt ist eine neue Regel, die Geschäfte von Börsenhandelsabwicklern außerhalb der Euro-Zone einschränkt - das könnte dem Finanzplatz London schaden. Es droht ein Showdown vor dem Europäischen Gerichtshof.

EZB-Logo: Größerer Einfluss bei der Überwachung der Abwicklungsgesellschaften
REUTERS

EZB-Logo: Größerer Einfluss bei der Überwachung der Abwicklungsgesellschaften


London - Großbritannien will gegen die Europäische Zentralbank ( EZB) vorgehen. Eine Klage dürfte bald beim Europäischen Gerichtshof eingereicht werden, schreibt die britische "Financial Times" am Mittwochabend in ihrer Online-Ausgabe. Dabei gehe es um Pläne der EZB, bestimmte in Euro gehandelte Finanzprodukte nur noch von in der Euro-Zone beheimateten Instituten abwickeln zu lassen. Es wäre das erste Mal, dass ein EU-Land auf diesem Weg gegen die Zentralbank vorgeht.

Die EZB will sich mit der Regelung einen größeren Einfluss bei der Überwachung der Abwicklungsgesellschaften sichern. Sie verfügte jüngst, dass diese sogenannten Clearinghäuser nur dann große Beträge von Wertpapieren, die in Euro notiert sind, abwickeln dürfen, wenn sie ihren Sitz im Währungsraum haben.

Das britische Finanzministerium sieht in der Regelung einen fundamentalen Verstoß gegen europäisches Recht, insbesondere das Prinzip eines einheitlichen Binnenmarktes. "Daher haben wir ein Verfahren gegen die Europäische Zentralbank vor dem Europäischen Gerichtshof begonnen", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Ministeriumssprecher.

Offenbar fürchtet London auch negative Folgen für die heimische Finanzindustrie. Die Einschränkung würde unter anderem den in Großbritannien ansässigen Abwickler LCH.Clearnet, über den hohe Volumina in Euro notierter Transaktionen laufen, sowie die beiden US-Gesellschaften CME und ICE, die ebenfalls in London aktiv sind, treffen. Sowohl die EZB als auch LCH.Clearnet wollten sich zu dem Streit zunächst nicht äußern.

suc/dpa/Reuters/dapd

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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
belohorizonte 15.09.2011
1. Euro
es gilt Euro und Fest-Landeuropa zu schwaechen und die Blase am fake Finanzmarkt London zu erhalten.
Claudia_D 15.09.2011
2. .
Zitat von sysopGroßbritannien wehrt sich gegen Vorgaben der Europäischen Zentralbank. Streitpunkt ist eine neue Regel, die Geschäfte von Börsenhandelsabwicklern außerhalb der Euro-Zone einschränkt -*das könnte dem Finanzplatz London schaden. Es droht ein Showdown vor dem Europäischen Gerichtshof. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,786341,00.html
Na, da bin ich wirklich gespannt, was dabei herauskommt. Die Briten - nicht Teil der Euro-Zone - scheinen wohl irgendwie Angst zu haben, dass ihnen die Felle davonschimmen. Gut, steht ja auch oben "könnte dem Finanzplatz London schaden". Außer diesem gibt es in GB ja auch nicht mehr viel. Aber immer nur Rosinenpicken ("I want my money back"), ansonsten aber sein eigenes Ding machen, dabei jedoch a la grande mitbestimmen wollen, geht irgendwie auch nicht.
scientist-on-hartz4 15.09.2011
3. Türken sind mir lieber
Zitat von Claudia_DNa, da bin ich wirklich gespannt, was dabei herauskommt. Die Briten - nicht Teil der Euro-Zone - scheinen wohl irgendwie Angst zu haben, dass ihnen die Felle davonschimmen. Gut, steht ja auch oben "könnte dem Finanzplatz London schaden". Außer diesem gibt es in GB ja auch nicht mehr viel. Aber immer nur Rosinenpicken ("I want my money back"), ansonsten aber sein eigenes Ding machen, dabei jedoch a la grande mitbestimmen wollen, geht irgendwie auch nicht.
Die Briten waren schon von Anfang an dem Euro und der EU feindlich gesinnt. Damals, als 1957 die EWG gegründet wurde, schlossen sie sich mit Dänemark, den Skandnaviern als auch Griechenland zur EFTA Zone zusammen, um die ökonomische Macht der EWG kleinzukriegen. Das ging bekanntlich schief und flugs, nachdem das globale Empire nur noch Folklore war bat John Bull der Plumpudding selbst um die Aufnahme in die EWG bzw spätere EG. Jedoch nur, um unter der fälschlicherweise als Iron Lady bezeichneten Maggie Thatcher (rusty goat passt m.E. besser zu ihr.) Milliarden an Geld zu fordern. Diese Dame hat dann mit ihrer neoliberalen Abzockökonomie das letzte an Wirtschaft, worauf die Briten noch stolz sein konnten zugrunde gerichtet (BSE-Skandal, Niedergang der Automobilindustrie e.t.c.) alles zugunsten des Finanzplatzes London mit seinen Hedgefonds-Betrügern. England hat seit Henry Vth immer gegen das Land Krieg geführt, das ihnen ökonomisch am ehesten in die Quere kommen konnte. Erst waren's die Franzosen, dann die Spanier, gefolgt von den Holländern und wieder den Franzosen und zuletzt den Deutschen. Und solange ich auf deren Insel war und als Kontinentaleuropäer oder gar Deutscher=Hunne geouted wurde hat man mir zu verstehen gegeben, dass ich unerwünscht bin. England gehört nur geografisch zum eurasiatischen Kontinentalsockel.
juharms, 15.09.2011
4. Geschäftsmodell
Da würde den Briten ein Geschäftsmodell wegfallen. Generell sollte man den Inselbewohnern den Zutritt zum Euro auch nicht gestatten, denn die Briten sind eine noch grössere Luftbuchung als die Griechen....pffft....
c++ 15.09.2011
5. .
Also die Briten sind die Letzten, die sich beim Euro einmischen sollten. Die drücken sich vor den Lasten des Euro, deshalb kann man Ihnen nur sagen: Shut your mouth, please
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