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03. Juni 2018, 11:08 Uhr

Schraubenhändler zu Trump

"Würth kehrt in die USA zurück, wenn er geht"

Klare Kante gegen die Politik Donald Trumps: Der Unternehmer Reinhold Würth will nicht mehr in den USA investieren, solange der aktuelle Präsident an der Macht ist. Grund sei die instabile Lage.

Reinhold Würth ist 83 Jahre alt und noch immer hat er das letzte Wort in seinem Schraubenimperium. Aktuell zeigt sich das an einem hochpolitischen Thema: dem Handel mit den USA.

Auf die Frage, wann er sich zuletzt in die Firmengeschicke eingemischt habe, antwortete der Unternehmenspatriarch im Gespräch mit der "Bild am Sonntag": "Als ich dafür sorgte, dass wir derzeit nicht mehr in den USA investieren. Dort machen wir mit 1,8 Milliarden Euro 14 Prozent unseres Jahresumsatzes, trotzdem möchte ich das Engagement in Amerika nicht weiter vergrößern."

Trump hatte im März Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium verhängt, die EU und die beiden US-Nachbarländer Kanada und Mexiko aber zunächst davon ausgenommen. Am Donnerstag hatte die US-Regierung dann angekündigt, ab Freitag doch Strafzölle zu erheben. Die Europäer legten daraufhin am Freitag bei der Welthandelsorganisation (WTO) offiziell Beschwerde ein und trieben die Vorbereitung von Gegenzöllen auf US-Waren voran.

Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Künzelsau will wegen der "allgemeinen, unsicheren politischen Lage" erst einmal nicht weitere Geschäfte in den Vereinigten Staaten anvisieren. "Wir warten mal ab, ob Präsident Trump wiedergewählt wird. Würth kehrt zurück, wenn er geht."

"Es ärgert mich, wenn morgens um 11 Uhr die Lichter Löcher in den Tag brennen"

In dem Interview äußert sich der Schraubenkönig" genannte Würth auch zu seiner sonstigen Rolle im Unternehmen, in dem er seit 69 Jahren tätig ist und das er von seinem Vater übernommen hat. Zu der Frage, ob der als sparsame geltende Eigentümer und Multimilliardär auch die Lichter im Unternehmen ausschaltet, sagte er: "Ja. Es ärgert mich, wenn morgens um 11 Uhr die Lichter Löcher in den Tag brennen."

Im Video: USA verhängen Strafzölle gegen EU

yes/Reuters

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