Rekordeinfuhren Deutschland importiert so viel wie noch nie

Exporte top, Importe Flop? Von wegen! Deutschland hat im November 2010 mehr Waren eingeführt als in irgendeinem Monat der vergangenen 60 Jahre. Die Ausfuhren legten ebenfalls zu. Die Krise für die deutsche Industrie ist damit vorbei.
Containerschiff im Hamburger Hafen: Exporte in Höhe von 88 Milliarden Euro

Containerschiff im Hamburger Hafen: Exporte in Höhe von 88 Milliarden Euro

Foto: Malte Christians/ dpa

Wiesbaden - Es ist ein Rekordwert - allerdings ein anderer, als man ihn vom langjährigen Exportweltmeister erwarten würde: Im vergangenen November hat Deutschland Waren im Wert von 75,1 Milliarden Euro eingeführt - und damit binnen eines Monats so viel wie nie zuvor seit Erhebung der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.

Gleichzeitig exportierte die Bundesrepublik Waren im Wert von 88 Milliarden Euro. Damit erzielte Deutschland einen Überschuss in der Außenhandelsbilanz in Höhe von 12,9 Milliarden Euro.

Die Ausfuhren lagen im November 2010 um 21,7 Prozent höher als im November des Vorjahres. Bei den Einfuhren lag das Plus sogar bei 33,3 Prozent. Dass die Krise für die deutsche Industrie vorbei ist, zeigt sich auch an einer weiteren Zahl: In keinem Monat seit Oktober 2008 exportierte Deutschland so viel wie im vergangenen November.

Zwischen Januar und November 2010 summierten sich die deutschen Exporte auf 878 Milliarden Euro. Dies waren bereits rund 75 Milliarden Euro mehr als im gesamten Vorjahreszeitraum. Bereits 2009 hatte China die Bundesrepublik als Exportweltmeister abgelöst. Die deutschen Importe betrugen in den ersten neun Monaten 2010 knapp 737 Milliarden Euro.

Hier die wichtigsten Details zu den November-Zahlen:

  • Die mit Abstand wichtigsten Handelspartner der Bundesrepublik sind noch immer die Mitgliedstaaten der EU. Dorthin wurden Waren im Wert von 52,3 Milliarden Euro versandt und Waren im Wert von 47,2 Milliarden Euro von dort bezogen. Gegenüber November 2009 stiegen die Exporte um 19,7 Prozent und die Eingänge aus diesen Ländern um 30,5 Prozent.
  • In die Länder der Euro-Zone wurden Waren im Wert von 35,3 Milliarden Euro (plus 17,9 Prozent) geliefert und Waren im Wert von 33,3 Milliarden Euro (plus 29,7 Prozent) aus diesen Staaten bezogen.
  • Die EU-Mitgliedsländer, die nicht der Euro-Zone angehören, erhielten aus der Bundesrepublik Waren im Wert von 17 Milliarden Euro (plus 23,7 Prozent). Von dort importierte Deutschland Waren im Wert von 14 Milliarden Euro (plus 32,3 Prozent).
  • In die Länder außerhalb der EU wurden Waren im Wert von 35,7 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 27,8 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber November 2009 nahmen die Exporte in diese Staaten um 24,7 Prozent und die Importe von dort um 38,3 Prozent zu.

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