Rekordhoch für Anleihen Finanzmärkte spekulieren auf Pleite von Irland

Ist die Euro-Krise schon vorbei? Nein! Die Zinsen für irische Staatsanleihen sind auf den höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung geklettert. Auch andere hoch verschuldete Staaten wie Griechenland und Spanien müssen Investoren wieder deutlich mehr Geld bieten. 

Dublin: Das Haushaltsdefizit könnte in diesem Jahr 32 Prozent betragen
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Dublin: Das Haushaltsdefizit könnte in diesem Jahr 32 Prozent betragen


Dublin - Da könnte sich eine Krise von morgen zusammenbrauen: Die Zinsen für irische Staatsanleihen sind am Dienstag auf den höchsten Stand seit der Einführung des Euro vor elf Jahren gestiegen. Der Zinssatz für zehnjährige Staatsanleihen stieg über 7,3 Prozent.

Der Abstand zum Zinssatz für deutsche Staatsanleihen vergrößerte sich damit auf den Rekordwert von 4,75 Prozentpunkten. Auch die Zinsaufschläge für zehnjährige Staatsanleihen aus Spanien und Griechenland legten deutlich zu und erreichten am Dienstag jeweils ihr höchstes Niveau auf Sicht von vier Wochen.

"Wir sehen eine allgemeine Flucht in Qualität", sagte ein Händler in London. Die Investoren würden vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank ihre Anlagen in sicherere Papiere umschichten. Experten gehen davon aus, dass die Federal Reserve am Mittwoch ihre Geldpolitik weiter lockert.

Irland hat mit einem gewaltigen Staatsdefizit zu kämpfen, das nach Schätzungen in diesem Jahr auf rund 32 Prozent steigen könnte. Das wäre der höchste Stand in Europa. Die irische Regierung hat sich trotzdem zuversichtlich gezeigt, dass sie nicht wie Griechenland die Unterstützung der EU und des Internationalen Währungsfonds braucht. Sie legte bereits ein Sparprogramm vor.

Allerdings verliert die Koalition in Dublin nach Medienberichten wichtige Unterstützung vor den entscheidenden Parlamentsabstimmungen zum Sparkurs. Der Abgeordnete Jim McDaid von der Regierungsparte Fianna Fail legte sein Mandat nieder.

böl/Reuters/dapd



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