Französischer Autobauer Renault-Chef Thierry Bolloré muss gehen  

Einen "beunruhigenden Putsch" um seine Person fürchtete Renault-Chef Thierry Bolloré bereits im Vorfeld. Nun muss er das Unternehmen verlassen. Seine Nachfolgerin kommt aus den eigenen Reihen.

Thierry Bolloré wird als Renault-Chef abgelöst
AFP/Tobias SCHWARZ

Thierry Bolloré wird als Renault-Chef abgelöst


Nach den Unruhen beim französischen Autobauer Renault ist nun bestätigt: Der bisherige Konzernchef Thierry Bolloré muss seinen Posten räumen. Interims-Nachfolgerin werde die Finanzchefin des Herstellers, Clothilde Delbos, teilte Renault nach einer Verwaltungsratssitzung mit.

Renault-Chef Thierry Bolloré hatte bereits im Vorfeld aus den Medien erfahren, dass Renault-Präsident Jean-Dominique Senard seinen Rückzug wünsche, sagte Bolloré in einem Interview mit der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos". Es handle sich um einen "beunruhigenden Putsch".

Renault hat mit deutlichen Gewinneinbrüchen zu kämpfen

Bolloré war bei Renault für das operative Geschäft zuständig. Der Manager war schon unter dem früheren Konzernchef Carlos Ghosn die Nummer Zwei beim Traditionshersteller.

Nach der Verhaftung Ghosns in Japan war das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Auto-Bündnis zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi in eine schwere Krise geraten. Ghosn war ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden.

Das nächste Treffen des Top-Managements von Renault war eigentlich erst für den 18. Oktober geplant. Am Mittwoch hatte sich der französische Staat demonstrativ hinter Senard gestellt. Es werde ihm vertraut, die richtigen Entscheidungen zur Führung des Konzerns zu treffen, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire nach Angaben seines Ministeriums. Der Staat hält 15 Prozent der Anteile an Renault.

Senard, früherer Chef des Reifenherstellers Michelin, war bei Renault zur Hilfe gerufen worden, um das Unternehmen nach dem Rückzug von Ghosn zu führen. Renault hat im ersten Halbjahr auch wegen der Schwierigkeiten seines japanischen Partners Nissan einen herben Gewinneinbruch erlitten.

flg/dpa-AFX

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