Agenturbericht Renault, Nissan und Mitsubishi starten offenbar Milliardenoffensive für E-Autos

30 neue Modelle, fünf gemeinsame Plattformen: Die japanisch-französische Allianz am Automarkt verstärkt laut einem Bericht das Tempo bei der Entwicklung von Elektro-Pkw.
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Die Autohersteller Renault, Nissan und Mitsubishi wollen ihre Investitionen in die gemeinsame Entwicklung von Elektrofahrzeugen offenbar verdreifachen. Die französisch-japanische Allianz wolle am kommenden Donnerstag einen Plan ankündigen, der dafür mehr als 20 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren vorsehe. Das sagten zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Geld sei zusätzlich zu den zehn Milliarden Euro vorgesehen, die die Gruppe bereits für die Elektrifizierung ausgegeben habe. Sprecher von Nissan, Renault und Mitsubishi gaben auf Anfrage keine Stellungnahme ab.

Bis 2030 sollen dem Bericht zufolge mehr als 30 neue batteriebetriebene Fahrzeuge auf der Grundlage von fünf gemeinsamen Plattformen entwickelt werden. Eine dient demnach als Basis für Modelle wie Nissan Ariya und den elektrischen Renault Megane, auf einer anderen basieren preisgünstige Wagen von Nissan und des chinesischen Partners Dongfeng sowie von Dacia. Zudem soll eine Plattform für leichte Nutzfahrzeuge kommen und eine für Miniautos wie die japanischen Kei-Cars. Später soll eine fünfte Variante für von Renault designte Kompaktwagen ergänzt werden.

Der Plan mit dem Namen »Alliance to 2030« zielt den Angaben nach auf eine »verstärkte Zusammenarbeit« zwischen den Autobauern ab. Diese hätten »eine gemeinsame Vision zur Elektrifizierung und vernetzten Mobilität«, sagte einer der Insider. Die fünf gemeinsamen Plattformen sollen 90 Prozent der Elektrofahrzeuge abdecken, die die Unternehmen bis 2030 entwickeln und auf den Markt bringen wollen.

Die Autohersteller hoffen, Elektroautos mit der Kooperation künftig erschwinglicher zu machen. Bis 2025 sollen Elektrofahrzeuge der Kompaktklasse etwa genauso so viel kosten wie Benziner oder Dieselautos, laute die Zielvorgabe. Es wird erwartet, dass die Allianz auch die von Nissan entwickelte Technologie der Festkörper-Lithium-Ionen-Batterien gemeinsam nutzen werde.

Die Chefs der drei Autokonzerne wollten ursprünglich bereits im vergangenen Herbst ihre gemeinsamen Pläne auf einer Veranstaltung in Japan vorstellen. Wegen der Coronawelle in Japan sei die Vorstellung nun auf die letzte Januar-Woche verschoben worden, sagten die Insider.

nis/Reuters