Renault Frankreich besteht bei Fusion mit Fiat auf Jobzusagen

Mit einer Fusion wollen Renault und Fiat Chrysler Kosten sparen. Doch was bedeutet das für die Mitarbeiter? Die französische Regierung hat nun Zusagen für den Erhalt von Arbeitsplätzen verlangt.

Arbeiter in einem Renault-Werk im französischen Maubeuge
LUDOVIC MARIN/ AFP

Arbeiter in einem Renault-Werk im französischen Maubeuge


Renault und Fiat Chrysler wollen sich zu einem der größten Autokonzerne der Welt zusammenschließen. Bei der geplanten Fusion hat die französische Regierung nun eine Garantie für Arbeitsplätze gefordert.

"Ich habe dem Renault-Chef sehr deutlich gesagt, dass es die erste der Garantien ist, die ich von ihm bei der Aufnahme dieser Verhandlungen will", sagte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire dem Radiosender RTL. "Eine Garantie für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Industrieanlagen in Frankreich."

Zudem müsse Frankreich, das mit 15 Prozent an Renault beteiligt ist, im neuen Vorstand vertreten sein. Als weitere Forderung machte Le Maire geltend, dass der neue Konzern führend bei der Entwicklung von Batterien für Elektroautos sein müsse. Bei einem Zusammenschluss würde sich der Anteil des französischen Staats auf 7,5 Prozent halbieren, sagte Le Maire.

Zwang zur Kooperation in der E-Mobilität

Fiat Chrysler und Renault gehen nach eigenen Angaben davon aus, ihre Kosten nach einem Zusammenschluss um jährlich fünf Milliarden Euro senken zu können. Damit hätte der Konzern dann auch mehr Geld für Investitionen in die E-Mobilität zur Verfügung. Wegen schärferer Klimavorgaben und steigender Kosten für die Entwicklung von umweltfreundlicheren Motoren und E-Autos steigt auf die Hersteller schon längere Zeit der Druck, Kooperationen und Fusionen zu suchen.

Der französische Hersteller Renault ist seit Langem aber mit den japanischen Autoherstellern Nissan und Mitsubishi in einer Allianz verbunden. Zusammen verkauften sie im vergangenen Jahr 10,76 Millionen Fahrzeuge. Mit dem US-italienischen Fiat-Chrysler-Konzern kämen die Hersteller auf mehr als 15 Millionen verkaufte Fahrzeuge pro Jahr. Sie würden damit Volkswagen (10,83 Millionen) deutlich überholen.

apr/Reuters



insgesamt 15 Beiträge
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Seltenstschreiber 28.05.2019
1. Ausgerechnet die Franzosen
fordern Arbeitsplatzgarantien? Normalerweise machen Französische Unternehmen bei Fusionen die Arbeitsplätze im Ausland platt und interessieren sich einen feuchten Kericht für die Arbeitnehmer außerhalb Frankreichs.
2cv 28.05.2019
2. De facto werden Arbeitsplätze abgebaut...
...und zwar insbesondere in den "Business Support" Funktionen. Beispiel: Messebau und Events - da brauchen sie nicht für jede Marke einen eigenen Messebau-Koordinator oder Event-Manager, für den/sie ist es egal, ob die Marke X oder Y heisst, wenn er/sie weiss, was zu tun ist. Andere klassisch betroffene Abteilungen werden Personalabteilungen, IT, Facility Management, Rezeption, Telefonzentralen, ... sein. Und natürlich Gebäudeanmietungen. Gerade frisch erlebt bei PSA, die letzte Woche angekündigt haben, ihre Deutschlandzentrale nach Rüsselsheim zu verlegen. Das spart eine weitere 6-stellige Summe. In der Produktion sind noch mehr Gleichteile und Gleich-Plattformen zu erwarten, genauso wie Gleich-Fertigungen (mehr autonome Fertigungsinseln, AGV's (autonome Prod.Fzg.), Kommunikation) und und und. Auch fällt es dann einfacher, neue Modelle woanders bauen zu lassen, wo nämlich Standort-Vorteile des Partners genutzt werden können. Und nicht zuletzt werden Verlustabschreibungen in voller Breite ausgenutzt werden - die Steuerabteilungen werden Hochkonjunktur haben.
alice-b 28.05.2019
3. Siehe
Bei Opel zum Beispiel.
matijas 28.05.2019
4. lästige Sozialkosten
Im Inland unterstützt der Staat Rationalisierungen nach Kräften; die Arbeiter interessieren dabei wenig; bei einer Fusion mit ausländischen Unternehmen gibt es die Chance, wegfallende Lohnsteuern und vermehrte Sozialkosten auf das Ausland abzuwälzen. Arbeitsplätze sollen ja dem nationalen Reichtum dienen, gerade auch dadurch dass sie wegfallen. Soziale Unkosten stören da nur den Maximalerfolg. So funktioniert eben Marktwirtschaft zwischen den Nationen: Kapitalismus hat mit sinnvoller Arbeitsteilung ja nix zu tun, und das kriegen die Beteiligten zu spüren. Natürlich immer zum Wohle aller ...
so-long 28.05.2019
5. Das ist der aunterschied
Zitat von Seltenstschreiberfordern Arbeitsplatzgarantien? Normalerweise machen Französische Unternehmen bei Fusionen die Arbeitsplätze im Ausland platt und interessieren sich einen feuchten Kericht für die Arbeitnehmer außerhalb Frankreichs.
zwischen außerhalb und innerhalb von F. Da ist F um Welten restriktiver als D. Auch bei Fusionen und Fremdbeteiligungen.
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