Kooperation mit Renault und Nissan Waymo will selbstfahrende Taxis nach Europa bringen

Waymo entwickelt selbstfahrende Autos - Renault und Nissan haben nun eine Kooperation mit der Google-Schwester angekündigt. Als Taxis und Lieferdienste sollen die Wagen in Frankreich und Japan fahren.

Aktuell nur in den USA unterwegs: Selbstfahrende Autos von Waymo (Archiv)
Caitlin OaHara/ REUTERS

Aktuell nur in den USA unterwegs: Selbstfahrende Autos von Waymo (Archiv)


Ein Taxi in die Nähe des Eiffelturms bestellen, das einen bequem zurück zum Apartment bringt - und das ganz ohne Fahrer auskommt. Wenn es nach den Autobauern Renault und Nissan geht, könnte das bald Wirklichkeit werden. Zusammen mit der Google-Schwesterfirma Waymo wollen die Konzerne autonom fahrende Taxis und Lieferdienste nach Frankreich und Japan bringen.

Die Unternehmen werden dafür gemeinsam die kommerziellen und rechtlichen Fragen klären, teilte der japanische Renault-Partner Nissan mit. Geplant seien gemeinsame Unternehmen, die in den beiden Ländern Robotertaxis und fahrerlose Lieferdienste anbieten sollen.

Waymo gilt als führend bei der Entwicklung von Roboterwagen-Technik. Derzeit macht die Google-Schwester erste Erfahrungen mit einer Robotaxi-Flotte im US-Bundesstaat Arizona. Konkurrenten gerieten jedoch in der Vergangenheit mit Berichten über Unfälle in die Schlagzeilen: Durch einen autonom fahrenden Testwagen von Uber verunglückte im März 2018 eine Frau, auch bei einem Tesla-Crash ein Jahr später soll der sogenannte Autopilot eingeschaltet gewesen sein.

Ausweitung des Angebots geplant

Renault, Nissan und Waymo hoffen darauf, ihre Dienste später auch auf andere Märkte auszuweiten. "Das ist eine ideale Gelegenheit für Waymo, unsere autonome Technik weltweit vorzuführen", sagte Firmenchef John Krafcik.

Erst im Oktober hatte Japans drittgrößter Autobauer Honda angekündigt, 2,75 Milliarden Dollar in ein Projekt für selbstfahrende Autos mit dem US-Konzern General Motors zu investieren. Toyota und der Technologiekonzern SoftBank einigten sich im selben Monat auf eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Roboterwagen und der Schaffung neuer Fahrdienste.

Studie: Autokonzerne könnten künftig stärker kooperieren

Eine neue Studie des Beratungsunternehmens EY rechnet in Zukunft auch insgesamt mit mehr Kooperationen und Fusionen in der Autobranche - denn die Absatzzahlen und Gewinne vieler Autokonzerne schwächeln, während sie Milliarden in Zukunftstechnologien investieren. "Es steht eine Marktbereinigung bevor", schreibt der Leiter des Auto- und Transportbereichs beim Beratungsunternehmen EY, Constantin Gall, in einer aktuellen Bilanzanalyse.

"Wer da nicht zur Spitze gehört, droht unter die Räder zu geraten", heißt es dort von Gall. "Einige der heute noch eigenständigen Autokonzerne werden in zehn Jahren nur noch als Marke innerhalb eines der wenigen Megakonzerne existieren."

Ein Porsche Macan wird im Werk Leipzig lackiert (Archiv)
Jan Woitas/ ZB/ DPA

Ein Porsche Macan wird im Werk Leipzig lackiert (Archiv)

Niedrige Absätze und hohe Kosten für neue Technologien haben der EY-Analyse zufolge zu Jahresbeginn die Bilanzen der meisten Autokonzerne belastet. Verkaufszahlen und Umsätze gingen zurück, die operativen Gewinne der weltweit größten Hersteller fielen insgesamt auf den niedrigsten Stand seit 2011.

Die japanischen Autobauer büßten demnach im Vergleich zum ersten Quartal 2018 zusammen 40 Prozent ihres operativen Ergebnisses ein. Bei den drei deutschen Konzernen VW, Daimler und BMW waren es zusammen 29 Prozent. Daimler schaffte es der Studie zufolge im ersten Quartal trotzdem auf Platz eins der weltweit profitabelsten Unternehmen.

kko/dpa



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