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Umstrukturierung Benko baut um

Der Kaufhauskönig organisiert sein Geschäft über eine Holding – an der andere mitverdienen dürfen. Inzwischen besitzt René Benko aber offenbar nicht mehr die Mehrheit an der Signa Muttergesellschaft.
aus DER SPIEGEL 46/2022
Milliardär Benko

Milliardär Benko

Foto: Sebastian Widmann/ Getty Images

Eines der schönsten – und wohl auch zutreffendsten – Bonmots über René Benko  geht so: Das Immobilienimperium des Kaufhauseigners (Galeria Karstadt Kaufhof)  sei mit seinen sechs großen Bereichen und Hunderten Unterfirmen und Beteiligungen so verschlungen und verwinkelt, dass nicht einmal ranghohe Manager, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sich darin zurechtfänden, sondern nur Benko selbst. Deshalb, so ging die Geschichte bislang weiter, sei es auch unvorstellbar, dass Benko und seine Familie jemals die Mehrheit an ihrer Signa Holding , in der alle Geschäfte zusammenlaufen, abgeben würden. Genau das könnte nun jedoch passiert sein. Ein internes Organigramm vom Frühsommer 2022 legt nahe, dass die Privatstiftung der Familie statt der bisher bekannten 55,6 nur noch 44,49 Prozent der Anteile an der Holding besitzt. Zwar halten demnach zwei von Benkos Firmen weitere Anteile an der Holding – jedoch für andere Investoren.

Aus: DER SPIEGEL 46/2022

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So werden etwa 10,24 Prozent dem Schweizer Kaffeemaschinenhersteller Arthur Eugster (Nespresso) zugerechnet und über die »Familie Benko 2017 Zwei GmbH« treuhänderisch gehalten. Hinter 21,55 Prozent soll die südamerikanische Industriellenfamilie Koranyi-­Arduini stecken. Ihr Anteil fließt über ein verzweigtes Firmenkon­strukt, in dem ein Vehikel namens Supraholding eine entscheidende Rolle spielt. Insgesamt 56 Prozent der Signa-Holding-Anteile besitzt die »Supraholding KG«. Benkos Stiftung hält daran die Mehrheit – weshalb er Wert darauf legt, dass seine Privatstiftung insgesamt »direkt und indirekt« zwei Drittel der Signa Holding kontrolliere. »Sie kann daher von anderen Investoren nicht überstimmt werden.«

Durchgerechnet ergibt sich für die reinen Beteiligungsverhältnisse ein etwas anderes Bild. Hier bleiben von den 56 Prozent, die die Supraholding an der Signa Holding besitzt, nur 34,39 Prozent, die auf Benkos Privatstiftung entfallen. 10,1 Prozent hält die Stiftung unmittelbar. Zusammengenommen ergibt das 44,49 Prozent. Grund für die Reorganisation ist offenbar die Erhöhung des Anteils von Hans-Peter Haselsteiner im vergangenen Jahr. Laut Benko hält der Milliardär und Baulöwe (Strabag) inzwischen 15 Prozent an Benkos Holding.

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