Ex-Telekom-Chef René Obermann wird Spotify-Aufsichtsrat

Der Musikstreaming-Dienst Spotify holt sich den früheren Telekom-Chef Obermann ins Kontrollgremium. Das schwedische Unternehmen gilt als Börsenkandidat - und steht angeblich auf der Übernahmeliste von Google.
Von Astrid Maier
René Obermann (Archivbild): Neuer Job beim größten Musikstreamer der Welt

René Obermann (Archivbild): Neuer Job beim größten Musikstreamer der Welt

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Hamburg - Erst wird er Private Equity-Investor, jetzt auch noch Aufsichtsrat von Spotify. René Obermann dürfte es auch nach seiner Zeit als CEO des niederländischen Kabel-Betreibers Ziggo alles andere als langweilig werden. Spotify nimmt sich zudem die Expertise von Google   ins Kontrollgremium.

Der Musikstreamer Spotify ist in Deutschland vor allem wegen der Partnerschaft mit der Deutschen Telekom   groß geworden. Eingefädelt hatte diese noch René Obermann in seiner Zeit als Telekom-Chef. Inzwischen ist Spotify weltweit einer der größten Musikstreamingdienste der Welt - und Obermann nun Mitglied des Aufsichtsrats. Das teilte das Unternehmen heute mit.

Spotify, vom Schweden Daniel Ek einst gegründet, ist einer der wichtigsten Partner der Telekom. Inzwischen ärgert man sich in Bonn, nicht von Anbeginn an in das aufstrebende Startup investiert zu haben. Denn das Unternehmen erwägt, das sagen Unternehmenskenner, bereits seit geraumer Zeit einen Börsengang. Und Spotify, mit inzwischen mehr als 40 Millionen aktiven Nutzern, von denen zehn Millionen für einen Zugang zahlen, gilt als Liebling der Tech-Branche. Der Dienst finanziert sich auch über Werbeeinnahmen, allerdings ist Spotify defizitär.

Eigentlich sollte es schon in diesem Jahr mit einer Erstnotiz in New York soweit sein, der Streamer scheint die Pläne allerdings zuletzt nicht mehr mit viel Verve vorangetrieben zu haben. Ein Grund könnte sein, dass neben Obermann auch Omid Kordestani, Chief Business Officer bei Google, jetzt dem Spotify-Kontrollgremium beitritt. Google soll an einer Übernahme interessiert sein.

Spotify ist großer Konkurrent von Googles Videostreaming-Plattform YouTube. Die neue YouTube-Chefin Susan Wojcicki soll laut der US-Bloggerin Kara Swisher intern bereits Interesse an einem Kauf von Spotify geäußert haben. Spotify scheint indes zur Zeit auch nicht zum Kauf zu stehen.

Wie auch immer: Die Expertise des erfahrenen Technologie-Managers Obermann, der einst ein eigenes Startup gründete und später Jahre lang die börsennotierte Telekom führte und danach zum eher mittelständischen niederländischen Kabel-Betreiber Ziggo wechselte, wird man bei Spotify gut gebrauchen können. Obermann wird Ziggo demnächst verlassen, nachdem das Unternehmen von einem Konkurrenten aufgekauft wurde.

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