Renova Russischer Oligarch und Ex-Siemens-Chef Löscher trennen sich

Peter Löscher verliert seinen Job bei Renova. Die Umstände sind allerdings unklar: Die Holding des russischen Milliardärs Wexelberg spricht von Rauswurf - der Ex-Siemens-Chef will selbst gekündigt haben.

Der russische Milliardär Wiktor Wexelberg (2008)
DPA

Der russische Milliardär Wiktor Wexelberg (2008)


Renova, die Beteiligungsgesellschaft des russischen Milliardärs Wiktor Wexelberg, trennt sich per sofort von Peter Löscher . Das meldet das Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz" vorab. Die Entscheidung fiel dem Bericht zufolge in einer Verwaltungsratssitzung am Samstag. "Löscher hat das Vertrauen des Boards verloren", zitiert das Magazin eine Quelle von Renova: "Die Trennung ist der zweite Schritt im Loslösungsprozess von Löscher, der im Februar begonnen hat."

Der Sprecher des früheren Siemens-Chefs stellt die Trennung anders dar: Löscher sei es gewesen, der Wexelberg in der vergangenen Woche seinen sofortigen Rücktritt mitgeteilt habe. Dem "manager magazin online" liegt ein Brief vor, in dem Löscher seinen Rücktritt einreicht. Er ist auf den 14. April datiert und "An den Verwaltungsrat und die Generalversammlung der Aktionäre der Renova Management AG" gerichtet.

Vor gut zwei Monaten erst hatte der Österreicher den Posten als Geschäftsführer bei der Renova Management AG aufgegeben, im Gegenzug war Löscher zum Vizepräsidenten der Renova Holding ernannt worden. Eine weitere Quelle bei Renova sagte "Bilanz" zufolge: "Löscher hat es nicht geschafft, dem Unternehmen irgendetwas Neues zu bringen."

Mit Löschers neuem Posten als Präsident der österreichischen Öl- und Gasunternehmens OMV sowie seinem neuen Mandat beim spanischen Telefonkonzern Telefónica steht der Abgang bei Renova demnach nicht in Zusammenhang, schreibt das Blatt.

Löscher bleibt vorerst Sulzer-Präsident

Sein Amt als Präsident des schweizerischen Industriekonzerns Sulzer werde Löscher dagegen vorerst behalten - "bis zur nächsten Sulzer-Generalversammlung im Frühling 2017. Das ist im Interesse der Firma", zitiert "Bilanz" den Insider bei Renova. Danach sei es weniger wahrscheinlich.

Der frühere Siemens -Chef stand seit Frühling 2014 in Diensten von Renova, als Geschäftsführer erhielt er dem Bericht zufolge eine Bezahlung von acht Millionen Euro. Löschers Beteiligung an Renova (über Optionen hält er 1,5 Prozent an der Holding) verfalle nun wertlos.

In der Beteiligungsgesellschaft Renova traf Löscher auf einen anderen früheren Topmanager der deutschen Wirtschaft: Im Februar 2014 war Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in den Renova-Verwaltungsrat gewählt worden . Es war offenbar die Verbindung zu dem russischen Oligarchen Wexelberg, die Ackermann den Chefposten im Aufsichtsrat der Bank of Cyprus eingebracht hat, an der die Renova-Gruppe ebenfalls beteiligt ist.

nck

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
rentner2012 18.04.2016
1. Lachhaft
Umsorgen, versorgen, entsorgen. Wann verschwinden die Luschen freiwillig aus der Wirtschaft, merken die nicht dass selbst der dümmste Reiche langsam merkt; die taugen nichts.
Saturn48 18.04.2016
2. Wieder
ein Sozialfall mehr.
beobachter68 18.04.2016
3. Spät aber immerhin!
Ähnliche Ergebnisse bei Siemens und Renova! Löscher hat gar nichts gebracht weder bei Siemens noch bei Renova. Bei Siemens ist er zufällig gelandet und es dauerte zu lange bis seine Leistungen "anerkannt" wurden. Bei Renova ging es schneller. Mal sehen wie lange bei OMV dauern wird...
hanfiey 18.04.2016
4. Autsch
Das ist mir jedes mal unmöglich nachzuvollziehen wie jemand in mehreren Firmen gleichzeitig entscheiden soll und nebenher auch noch bei Bedarf in der Politik mitmischt. Wie viele Stunden hat denn der Tag bei denen?
ctwalt 18.04.2016
5. am Ende bleibt die Frage
sind diese ganze hochdotierten jobs nur Freizeitveranstaltungen oder wie schafft es jemand, in vielen Länder diverse leitende Positionen auszufüllen? Alles nur halb und nicht richtig oder wie? Es scheint so.
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