Abschied von Daimler Piëch bestätigt indirekt Angebot an Renschler

Andreas Renschler hat Daimler überraschend verlassen. Einen Wechsel zu VW hat Aufsichtsratschef Piëch nun indirekt bestätigt. Doch Renschlers ehemaliger Arbeitgeber erinnert an eine Wettbewerbsklausel im Vertrag.

Andreas Renschler (Archivbild): "Die Besten ködern die Besten"
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Andreas Renschler (Archivbild): "Die Besten ködern die Besten"


Berlin - Der bei Daimler ausgeschiedene Produktionsvorstand Andreas Renschler hat offenbar ein Angebot von Volkswagen Chart zeigen erhalten. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch habe dies indirekt bestätigt, berichtete die "Stuttgarter Zeitung".

Piëch habe am Rande einer Veranstaltung in Stuttgart auf die Frage "Womit haben Sie Herrn Renschler geködert?" geantwortet: "Ich habe noch keinen Kommentar dazu, denn erst einmal muss der Aufsichtsrat etwas entscheiden." Dann habe der 76-Jährige hinzugefügt: "Hinterher können Sie sagen, die Besten ködern die Besten."

Daimler hatte am Dienstagabend überraschend bekanntgegeben, dass Renschler den Stuttgarter Autokonzern auf eigenen Wunsch verlasse. In Vorstandsverträgen der Automobilindustrie sind allerdings Schutzklauseln üblich, um einen raschen Wechsel zu einem Konkurrenten zu erschweren. Dass dies auf Renschler zutrifft, legt auch eine Äußerung von Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche nahe. Der Wechsel "zu einem Wettbewerber ist in absehbarer Zeit ausgeschlossen", sagte Zetsche dem "Handelsblatt" am Rande des Neujahrsempfangs des Verbands der Automobilindustrie (VDA) am Mittwochabend in Berlin.

Ein Daimler-Sprecher bestätigte am Donnerstag, dass es in Renschlers Vertrag eine Wettbewerbsklausel gegeben habe. Diese verbiete ihm einen Wechsel für eine bestimmte Zeit - wie lange die Sperre gilt, ließ er allerdings offen.

Renschler war erst im April 2013 zum Produktionsvorstand ernannt worden, zuvor hatte er sich bei Daimler Chart zeigen um die Nutzfahrzeuge gekümmert. Immer wieder war sein Name auch bei der Frage nach einem möglichen Nachfolger von Daimler-Chef Zetsche zu hören gewesen. Offenbar verließ Renschler den Konzern nicht im Streit: Zetsche hatte am Mittwoch in einer E-Mail an die Mitarbeiter betont, es heiße in solchen Fällen zwar häufig "in gegenseitigem Einvernehmen". "Ich kann Ihnen versichern: In diesem Fall stimmt es".

aar/Reuters/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Mertrager 30.01.2014
1.
Mit Stil hat das nichts mehr zu tun. Und Piech und Benz das sind zwei Gegenpole. Was sagt Dudi dazu ?
guteronkel 30.01.2014
2.
So, dann wird VW in Kürze an die Spitze der Welt im Automobilsektor aufsteigen, oder? Herr Renschler war dem uneingeweihten Bürger bislang nicht bekannt. Also können seine Verdienste bei Mercedes auch nicht so toll gewesen sein. Warten wir doch mal ab, was sich bei VW nach dem Wechsel von Renschler zu VW so tut. Dann wird geurteilt, dass die Fetzen fliegen.
gable 30.01.2014
3.
Was Dudenhöffer dazu sagt ist ziemlich egal. Seine oberflächlichen Platitüden sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt werden. Spätestens seit dem bekannt wurde, dass er in den Hubschraubern des Vereinrs mitgeflogen ist, den er so stark kritisiert und dessen Neustrukturierung er jetzt fordert, ist jede Glaubwürdigkeit dahin. Und was ernst zu nehmendes kam eh nie von "Dudi"...
wibo2 30.01.2014
4. Soll Andreas Renschler VW Chef werden?
Zitat von sysopDPAAndreas Renschler hat Daimler überraschend verlassen. Einen Wechsel zu VW hat Aufsichtsratschef Piëch nun indirekt bestätigt. Doch Renschlers ehemaliger Arbeitgeber erinnert an eine Wettbewerbsklausel im Vertrag. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/renschler-piech-bestaetigt-indirekt-angebot-an-ex-daimler-manager-a-950284.html
Jetzt gibt es Anlass zu Spekulationen. Das Angebot muss wohl attraktiv genug gewesen sein, sonst wäre er bei Daimler geblieben.
risc 30.01.2014
5. Da wird
er wohl die Nutzfahrzeuge übernehmen. liegt ja nahe, nachdem es in dem Bereich bei VW seit zwei Jahren bergab geht.
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