Unverpackte Retouren Amazon führt Rücksendungen ohne Karton ein

Amazon macht Warenretouren noch einfacher: Rücksendungen in den USA müssen nicht mehr verpackt oder beschriftet werden. Das hat allerdings wenig mit Sorgen um die Umwelt zu tun - und viel mit der Faulheit der Käufer.

Pakete des Versandhändlers Amazon in einem deutschen Paketzentrum
Julian Stratenschulte / DPA

Pakete des Versandhändlers Amazon in einem deutschen Paketzentrum


Die Zunahme des Lieferverkehrs, die enorme Zahl an Paket-Rücksendungen - und ihre teilweise Vernichtung - hat in Deutschland in den vergangenen Monaten eine politische Diskussion über den Versandhandel ausgelöst.

Vor diesem Hintergrund hört sich die jüngste Ankündigung von Amazon in den USA zunächst einmal wie ein möglicher Beitrag zu mehr Ressourcen-Schonung und Umweltschutz an: Das Unternehmen schafft - zunächst für US-Kunden - die Notwendigkeit ab, Retouren in Kartons zu verpacken und per Post zurückzuschicken.

Das gelte bereits für "Millionen von Produkten", schreibt das Unternehmen in einem Blogeintrag (hier finden Sie den englischen Text). Statt per Post können Kunden Einkäufe in Amazons eigenen Shops zurückgeben, bei der Handelskette Kohl's (1150 Filialen) oder bei den knapp 5000 Niederlassungen des Paketzustellers UPS.

Das Problem: Amazon geht es offenbar weniger um den Kampf gegen Verpackungsmüll und das Verkehrsaufkommen durch Paketlieferdienste - sondern um die Bequemlichkeit der Onlinekäufer. So heißt es als Begründung für den Schritt im Amazon-Blog: "Wir verstehen, dass es noch immer mühsam sein kann, einen Karton und Klebeband zu finden und ein Label auszudrucken".

Stattdessen könnten Kunden in Zukunft einfach online einen Code abrufen, diesen bei einer Amazon-Annahmestelle vorzeigen und die Einkäufe zurückgeben. Um die Verpackung, Klebeband und den Weiterversand kümmern sich dann die Angestellten.

beb

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insgesamt 85 Beiträge
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Seite 1
sponnerd 11.07.2019
1.
So wahnsinnig revolutionär, wie das hier im Artikel dargestellt wird, ist das ja nun wirklich nicht. In Deutschland funktioniert das ja bereits so ähnlich, wobei die Verpackung immer noch vom Kunden gehandhabt werden muss. Allerdings ist die ja in der Regel eh bereits vorhanden, weil diejenige verwendet wird, in der die Ware ursprünglich geliefert wurde. Wenn es sich nicht um einen pappkarton handelt, ist sogar der nötigen Klebestreifen schon dabei. Adressierung und Etikettierung erfolgt beim Paketshop, bei dem die Rücksendung eingeliefert wird.
wasistlosnix 11.07.2019
2. Zukunft für die Innenstädte
Rücksendungsshops für Amazon und Co.
Gegen Zensur bei Spon 11.07.2019
3.
Das ist eben Service Zur Retourenrepublik: Glaubt denn irgendeiner, es wäre ökologisch sinnvoller, Waren in 1000 Läden zu versenden, und dann gehen 100.000 Kunden in die jeweiligen Läden?
c.PAF 11.07.2019
4.
"Wir verstehen, dass es noch immer mühsam sein kann, einen Karton und Klebeband zu finden und ein Label auszudrucken". Au weia, was ist los in den USA?
BöwaM 11.07.2019
5. Und wieder zeigt Amazon,
wie viel Wert die auf Service und Kundennähe legen. Den Kunden ist es lästig die Retoure einzupacken? Dann machen wir es. Ok, die üblichen Verdächtigen in Deutschland haben auch da was zu meckern, aber wen juckts? Der Erfolg gibt Amazon recht.
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