Rettung der Royal Bank of Scotland EU erlaubt Rekord-Staatshilfe

Noch nie zuvor wurde eine Bank in Europa mit so viel Geld gerettet: Die britische Royal Bank of Scotland erhält Staatshilfen in Höhe von 60 bis 100 Milliarden Pfund. Das Geld ist vor allem für den Aufkauf fauler Wertpapiere bestimmt. Jetzt hat die EU die Rettung abgenickt.

Londoner Hauptsitz der Royal Bank of Scotland: Geschäft erheblich zusammenstutzen
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Londoner Hauptsitz der Royal Bank of Scotland: Geschäft erheblich zusammenstutzen


Brüssel/London - Die britische Krisenbank Royal Bank of Scotland (RBS) kann mit beispiellosem Milliardenaufwand gerettet werden. Die EU-Kommission billigte am Montag in Brüssel Hilfen in der Größenordnung von 60 Milliarden bis 100 Milliarden Pfund (67 bis 111 Mrd Euro), sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Montag in Brüssel. Das Geld ist vor allem für den Aufkauf fauler Wertpapiere bestimmt. "Es handelt sich um den höchsten Staatshilfenbetrag, der jemals in der EU gegeben wurde."

Die britische Regierung hatte bisher insgesamt 282 Milliarden Pfund (313 Mrd Euro) aus dem staatlichen Rettungsprogramm in die RBS gepumpt. Das Finanzinstitut war nach dem Einkauf bei der niederländischen Großbank ABN Amro - die bis dahin größte Bankenübernahme - mit reichlich Schulden in die Finanzkrise geraten. Der Staat sprang als Aktionär ein und suchte Auswege aus den finanziellen Turbulenzen. Sein Anteil steigt demnächst auf 84 Prozent.

Die Schotten müssen im Gegenzug für die EU-Hilfen ihr Geschäft erheblich zusammenstutzen. Zum Verkauf steht ihr heimisches Geschäft für den Mittelstand mit mehr als 300 Niederlassungen sowie das Versicherungs- und das Warenhandelsgeschäft. Kroes erklärte: "Sollte die RBS die angestrebte Reduzierung der Bilanzsumme bis 2013 jedoch nicht erreichen, kann die Kommission erneut tätig werden. Dann könnten weitere Veräußerungen erforderlich sein."

Die EU-Wettbewerbskommissarin wacht darüber, dass bei der krisenbedingten Rettung und Sanierung von Banken die freie Konkurrenz im europäischen Finanzwesen nicht leidet.

fro/dpa

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