Supermarktfusion Rewe-Chef will sich mit Tengelmann-Chef treffen

Ein Spitzentreffen soll die Zerschlagung der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann abwenden. Auch Rewe-Chef Caparros ist offenbar zu Gesprächen bereit, wie er nun in einem persönlichen Brief andeutete.

Alain Caparros
DPA

Alain Caparros


Rewe-Chef Alain Caparros will zu einer Lösung für die von der Zerschlagung bedrohte Supermarktkette Kaiser's Tengelmann beitragen. Dazu habe er einen Brief an Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub geschrieben, sagte ein Rewe-Sprecher.

Rewe sei weiter an einer konstruktiven Lösung interessiert. "Wir stehen seit jeher dazu bereit, bei Kaiser's Tengelmann langfristig Arbeitsplätze, Tariflöhne und Mitbestimmung zu sichern", hieß es. "Die Entscheidung über die Zukunft von Kaiser's Tengelmann liegt aber einzig und allein bei Herrn Haub."

In dem Schreiben, über das die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, erklärte sich Caparros auch zu einem Treffen mit Haub bereit, um noch eine Zerschlagung der kriselnden Kette und den Abbau Tausender Arbeitsplätze abzuwenden.

Spitzentreffen soll Lösung bringen

Haub hat wegen des langen Tauziehens um die Fusion von Kaiser's Tengelmann mit dem Branchenprimus Edeka mehrfach mit einem Aus für seine defizitäre Supermarktkette gedroht. Für Freitag ist bei Kaiser's Tengelmann eine Aufsichtsratssitzung anberaumt. Arbeitnehmer befürchten den Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen. Konkurrent Rewe hatte sich vergeblich um Kaiser's Tengelmann bemüht.

Die Beteiligten wollen die Krise bei einem Spitzentreffen in der kommenden Woche versuchen zu entschärfen. Das Gespräch solle kurzfristig Anfang der Woche stattfinden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf eine mit der Sache vertrauten Person. Der genaue Termin und der Ort des Treffens sind allerdings noch nicht bekannt.

Edeka und Haub haben die Fusionspläne vor knapp zwei Jahren besiegelt. Doch die Umsetzung steht auf der Kippe. Das Kartellamt legte sein Veto gegen die Übernahme ein, im März hebelte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dieses nach langer Prüfung aus. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatte die sogenannte Ministererlaubnis dann aber auf Eis gelegt. Die Düsseldorfer Richter hegen den Verdacht, dass Gabriel es in dem Ministererlaubnis-Verfahren an der nötigen Neutralität fehlen ließ. Gabriel, Edeka und Tengelmann gehen nun vor dem Bundesgerichtshof gegen das OLG vor. Dieses will Mitte November entscheiden

kry/Reuters/dpa



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