Rewe Kartellamt genehmigt Lekkerland-Übernahme

Rewe will mehr Kunden gewinnen, die unterwegs einkaufen. Deshalb hat das Unternehmen die Übernahme des Großhändlers Lekkerland angekündigt. Das Kartellamt hat keine Bedenken.

Rewe darf Lekkerland übernehmen
Britta Pedersen/dpa

Rewe darf Lekkerland übernehmen


Das Bundeskartellamt hat der Rewe-Gruppe die Übernahme des Großhändlers Lekkerland genehmigt. Die Behörde hatte nach der Befragung von mehr als 120 Marktteilnehmern keine Einwände und gab die geplante Übernahme frei.

"Im Großhandel mit Lebensmitteln kommen Rewe und Lekkerland auch gemeinsam nur auf unbedenkliche Marktanteile von unter zehn Prozent", teilte Kartellamtspräsident Andreas Mundt mit.

Die Lekkerland-Gruppe beliefert vor allem Tankstellen und Kioske mit Tabakwaren und Lebensmitteln. Ihr Umsatz betrug 2018 rund drei Milliarden Euro in Deutschland und fünf Milliarden Euro in Europa.

Auch die Einzelhandelsgenossenschaft Rewe ist an einigen Tankstellen mit Märkten präsent. So beliefert der Konzern im Zuge seines Konzepts Rewe To Go rund 500 Aral-Tankstellen mit Lebensmitteln. Doch ist dies für Rewe bislang noch ein eher kleines Geschäftsfeld.

Rewe will Unterwegsversorgung stärken

Durch die Übernahme will der Konzern sein Standbein bei der Versorgung von Kunden, die unterwegs einkaufen, stärken. "Die Unterwegsversorgung und der Außerhaus-Verzehr gehören zu den stärksten Trends unserer Branche und werden künftig eine noch wichtigere Rolle spielen", hatte Rewe-Chef Lionel Souque bei der Bekanntgabe der Pläne im Mai gesagt.

Kartellamtspräsident Mundt teilte mit, dass die beiden Unternehmen bei der Belieferung von Tankstellen zwar "gemeinsam der mit Abstand stärkste Anbieter" seien, trotzdem begrenze "die starke Nachfragemacht der großen Mineralölgesellschaften die Handlungs- und Preissetzungsspielräume". Auch für kleine und mittlere Tankstellenbetreiber gebe es hinreichende Ausweichmöglichkeiten.

Auch im Verhältnis zwischen Rewe und den Lebensmittelherstellern sehen die Wettbewerbshüter durch den Zusammenschluss keine gravierende Verschlechterung der Situation. Zwar sei Rewe schon heute einer der drei größten Abnehmer in der Branche. Doch bleibe der Zuwachs durch Lekkerland mit weniger als 0,5 Prozent gering.

Dem Kartellamt zufolge erzielten beide Unternehmen zusammen 2018 einen Umsatz von 40 Milliarden Euro. Für andere europäische Märkte genehmigte die EU-Kommission die Übernahme demnach bereits im August.

brt/AFP/dpa

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