Rheinland-Pfalz Zehntausende Flaschen Wein mit Antibiotikum sichergestellt

Rotwein mit Nebenwirkungen: Rheinland-pfälzische Behörden haben mehr als 100.000 Weinflaschen aus Argentinien sichergestellt. Neben dem Rebensaft befand sich auch ein verbotenes Antibiotikum darin.

Rotwein: In einigen Ländern sind Antibiotika im Rebensaft sogar erlaubt
dpa

Rotwein: In einigen Ländern sind Antibiotika im Rebensaft sogar erlaubt


Koblenz - Außergewöhnlicher Fund in Rheinland-Pfalz: Behörden des Bundeslandes haben mehr als 100.000 Flaschen Rotwein aus Argentinien mit einem verbotenen Antibiotikum sichergestellt. Wie das Landesuntersuchungsamt am Montag mitteilte, wurde die Substanz Natamycin nachgewiesen.

Von ihr gehe zwar keine Gesundheitsgefahr aus, in einigen Drittländern sei die Behandlung von Wein mit dem Antibiotikum sogar erlaubt. In Europa ist dies jedoch grundsätzlich verboten. Es darf auch kein mit Natamycin behandelter Wein in die EU eingeführt werden. Bei dem beanstandeten Wein handelt es sich nach Angaben der Behörde um Ware mit der Bezeichnung "Villa Atuel 2008 San Rafael, Syrah Merlot, Argentina".

16 von 17 Weinproben waren okay

Natamycin ist eine gegen Pilze und Hefen wirkende Substanz. Sie ist laut Untersuchungsamt in der Lebensmittelherstellung unter der Bezeichnung E 235 als Konservierungsstoff auf der Oberfläche bestimmter Käsesorten und auf getrockneten und gepökelten Würsten zugelassen. Zugleich ist es auch ein Wirkstoff in bestimmten Arzneimitteln.

Der Wein war in Tanks zu einem rheinland-pfälzischen Betrieb gebracht und in Flaschen abgefüllt worden. Knapp 103.000 Flaschen, die für eine große Supermarktkette bestimmt waren, wurden sichergestellt. Bereits ausgelieferte Ware wurde zudem aus dem Verkauf genommen.

Nach Hinweisen, dass mit Natamycin belastete Weine möglicherweise nach Rheinland-Pfalz gelangt sind, wurden von der Behörde bisher 17 Weine aus Argentinien, Südafrika, Chile, Australien, USA und Brasilien untersucht. 16 davon waren frei von dem Antibiotikum.

böl/AP

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Hartmut Dresia, 10.10.2009
1.
Zitat von sysopDie Liste der Zusatzstoffe auf Nahrungsmittelverpackungen ist oft lang und geheimnisvoll. Nicht jeder Verbraucher kann verstehen, was eigentlich alles in den Lebensmitteln ist, die er im Supermarkt kauft. Notwendiges Fachvokabular oder raffinierte Verschleierungstechnik? Wie ehrlich ist die Nahrungsmittelindustrie?
Müsste die Frage nicht auch lauten: Wie kritisch und wie informationsbereit ist der Verbraucher? Häufig ist es doch schlichte Bequemlichkeit, einfach nur im Supermarkt zuzugreifen, statt auch einmal nach anderen Beschaffungsmöglichkeiten und wirklichen Qualitätsprodukten Ausschau zu halten, denn die gibt es auch: 20 Prozent Wachstum für ein Olivenöl der Spitzenklasse (http://www.plantor.de/2009/20-prozent-umsatzwachstum-fuer-ein-olivenoel-der-spitzenklasse/)
Mocs, 10.10.2009
2. Ich werde unzerstörbar ;-)
Mein täglich Mittagessen seit Jahren : Schon die Aufschrift "Oriental Style Instant Noodles - Chicken Flavour" klingt überaus exotisch und vielversprechend. Die Zutaten lassen einem erst recht das Wasser im Munde zusammenlaufen : Nudeln: Weizenmehl 70%, Palmöl, Stärke, Salz, Säureregulatoren (E452), E500 und E501, Verdickungsmittel (E412). Suppenmischung: Palmöl, Salz, Gemüse, Geschmacksverstärker (E621, E631, E627), Zucker, Gewürze, Säuerungsmittel (E296) und Huhnaroma (0,09%) Kann man ein Gericht delikater komponieren oder eleganter zusammenstellen ? Ich denke : nein! Da sind zwar ein paar "E"-s drin - aber es schmeckt fantastisch und meine Gesundheit hat sich nicht verändert. Preisgünstiges Essen lässt sich ohne Zusatzstoffe doch fast gar nicht mehr herstellen, da braucht man nicht in Panik zu verfallen.
rabenkrähe 10.10.2009
3.
Zitat von Hartmut DresiaMüsste die Frage nicht auch lauten: Wie kritisch und wie informationsbereit ist der Verbraucher? Häufig ist es doch schlichte Bequemlichkeit, einfach nur im Supermarkt zuzugreifen, statt auch einmal nach anderen Beschaffungsmöglichkeiten und wirklichen Qualitätsprodukten Ausschau zu halten, denn die gibt es auch: 20 Prozent Wachstum für ein Olivenöl der Spitzenklasse (http://www.plantor.de/2009/20-prozent-umsatzwachstum-fuer-ein-olivenoel-der-spitzenklasse/)
...... Natürlich sind letztlich die Konsuemnten schuld, aber haben sie eine andere Wahl? Die Preise werden immer mehr gedrückt, mit Folgen, denn Löhne und Leistungen rund um die Arbeit müssen dementsprechend "verschlankt" werden. Also kann sich ein Großteil der Konsumenten gar nicht mehr erlauben, zu vergleichen und zu hinterfragen, sie müssen das Billiggestanzte aus der Massenproduktion nehmen. Was die Industrie auch weiß, ob Sahne-Käseecken, in denen sich nicht ein Milligramm Sahne befindet oder Erdbeerjoghurt, der bar jedes Fruchtauszugs ist, es wird alles versprochen und nichts gehalten. rabenkrähe
nemansisab, 11.10.2009
4. Alles nur Nachfrage bzw. ein Hinweis auf allgemeine Verblödung
Zitat von sysopDie Liste der Zusatzstoffe auf Nahrungsmittelverpackungen ist oft lang und geheimnisvoll. Nicht jeder Verbraucher kann verstehen, was eigentlich alles in den Lebensmitteln ist, die er im Supermarkt kauft. Notwendiges Fachvokabular oder raffinierte Verschleierungstechnik? Wie ehrlich ist die Nahrungsmittelindustrie?
Warum kauft der Verbraucher diesen Mist? Wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil und wer das, was er liest auch noch versteht, ist ein Held.... Wenn ich sehe, war die Leute so auf das Einkaufsband legen, wird mir schlecht. Werden die mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen, Fertiggerichte zu verzehren? Nein, sie sind faul und wissen zum Teil nicht mehr, wie man ordentlich kocht. So einfach ist das.
nemansisab, 11.10.2009
5. Gute Geschichte....
Zitat von rabenkrähe...... Natürlich sind letztlich die Konsuemnten schuld, aber haben sie eine andere Wahl? Die Preise werden immer mehr gedrückt, mit Folgen, denn Löhne und Leistungen rund um die Arbeit müssen dementsprechend "verschlankt" werden. Also kann sich ein Großteil der Konsumenten gar nicht mehr erlauben, zu vergleichen und zu hinterfragen, sie müssen das Billiggestanzte aus der Massenproduktion nehmen. Was die Industrie auch weiß, ob Sahne-Käseecken, in denen sich nicht ein Milligramm Sahne befindet oder Erdbeerjoghurt, der bar jedes Fruchtauszugs ist, es wird alles versprochen und nichts gehalten. rabenkrähe
Aber ist das die Realität? Ich kenne genug Leute, die den Billigfraß kaufen, weil das Geld für den Sportwagen benötigt wird. Das Auto bekommt Luxusöl, damit der Motor keinen Schaden nimmt. Der Fahrer schluckt Billigöl vom Discounter. Merkt ja keiner.
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