Rüstungskonzern Bundeswehr kauft Rheinmetall-Lastwagen für 900 Millionen Euro

Die Bundeswehr braucht Tausende neuer Militärlastwagen. Der Auftrag geht an den Rheinmetall-Konzern.

Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf
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Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf


Der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen Großauftrag von der Bundeswehr erhalten. Der auf sieben Jahre angelegte Rahmenvertrag umfasst die Lieferung von knapp 2300 Militärlastwagen im Wert von rund 900 Millionen Euro, wie Rheinmetall Chart zeigen am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte.

Bei den von der Bundeswehr bestellten Fahrzeugen handelt es sich um 5 und 15 Tonnen schwere Laster aus der HX-Familie, von denen weltweit rund 10.000 Stück im Einsatz sind. Rheinmetall stellt diese in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Münchner Nutzfahrzeughersteller MAN Chart zeigen her. Zu den Abnehmerländern gehören unter anderem Großbritannien, Dänemark und Neuseeland. Schweden und Norwegen hätten ebenfalls bereits größere Aufträge für den Fahrzeugtyp erteilt, hieß es.

Zunächst soll rund ein Viertel der von der Bundeswehr bestellten Fahrzeuge im Zeitraum 2018 bis 2021 ausgeliefert werden. Dabei werden die wesentlichen Fahrzeugteile wie Motoren, Achsen und Getriebe in Deutschland gefertigt. Die Montage soll in Wien erfolgen.

Rheinmetall hatte zuletzt kräftig vom weltweiten Rüstungsboom profitiert. Beim Umsatz erzielte der Konzern im Vorjahresvergleich ein Plus von 14 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro. Für das Geschäftsjahr 2017 plant der Konzern ein Umsatzplus von 4 bis 5 Prozent bei gleichbleibender Profitabilität. Das Wachstum will das Unternehmen dabei vor allem über seine Rüstungssparte generieren.

beb/dpa-AFX

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HaioForler 06.07.2017
1.
Rheinmetall ist ein guter Arbeitgeber. Zudem produziert er Qualität. Auch gegen Nörgler.
fd53 06.07.2017
2. viele LKW der Bundeswehr sind ein Lacher
1997/2002/2010 Hochwassereinsatz, dann Abbau der Sandsäcke. Die J+M der Bundeswehr stehen in Mückenschwärmen und können mir leid tun. Bin selber mit meinem Museums-Multicar im freiwilligen Einsatz. Und kann nur den Kopf schütteln: über die LKW der Bundeswehr, welche den mit meinem Multicar angebrachten nassen Sand abfahren müssen. Mein Multicar soll eigentlich nur 1 Tonne transportieren, die J+M laden schon mal in den Säcken 3 Tonnen auf. Und die eine Ladung genügt für die kleineren LKW der Bundeswehr - sonst Überlast. Die großen LKW vertragen nur 2 große oder 3 kleine Ladungen meines Multicar. Das sind keine LKW - sondern Krankheiten, gut für die Autobahn - nichts für das Gelände. Das bestätigen mir dann auch deren FahrerInnen bei einem Schwatz in der gemeinsamen Mittagspause. Kein Wunder, warum noch heute (27 Jahre nach dem Produktionsende !) in der Landwirtschaft und bei Baubetrieben DDR IFA L60 (mit Ballonreifen) im Einsatz und beliebt sind.
Lankoron 06.07.2017
3. Hauptsache,
es werden auch genug Ersatzteile bestellt und entsprechende Reparaturmöglichkeiten geschaffen. Nicht das wie sonst üblich Fahrzeuge wegen einer fehlenden Glühbirne bis zu 6 Monate stillstehen müssen.
yshitake 06.07.2017
4. Die Bundeswehr kauft Lastwägen
was kann da schon schief gehen? Lieber Spiegel, nutzt die Chance und pflückt diesen Deal JETZT im Detail auseinander. Ist zwar im Nachhinein auch immer sehr witzig, aber vielleicht könnte man so ja mal ein kommendes Fiasko auch verhindern statt es nur hinterher hämisch zu kommentieren.
Markus Frei 06.07.2017
5. Toll
Also wenn man sich so die Rüstungsprojekte der Bundeswehr so anschaut werden die Kosten am Ende so bei 3 Milliarden liegen. In 5 Jahren wird man dann feststellen das man bei der Bestellung vergessen hatte das so ein LKW auch einen Motor braucht wodurch sich die Auslieferung um etwa 5 Jahre verschiebt, Im Jahr 2030 wird dann der erste LKW ausgeliefert, dann wird man leider feststellen das der LKW nur geradeaus fahren kann und das auch nur bei Temperaturen von 22,5 - 23,1 c° und einer Windgeschwindigkeit von unter 2 km/h
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