Aktie auf Rekordhoch Rheinmetall-Chef Papperger verkauft Aktien für rund fünf Millionen Euro
Rheinmetall-Chef Armin Papperger an der Frankfurter Börse im Mai 2023
Foto: Ronald Wittek / EPADer Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, hat nach dem steilen Kursanstieg der vergangenen Monate Aktien seines Unternehmens für fast fünf Millionen Euro verkauft. Konkret veräußerte der Manager laut einer Stimmrechtsmitteilung Anteilsscheine für 4.906.492,60 Euro.
Am Dienstag schlossen die Papiere des Konzerns mit einem Plus von 2,24 Prozent auf 487,80 Euro. Allein 2024 summieren sich die Kursgewinne damit auf knapp 70 Prozent. Vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Frühjahr 2022 hatten die Aktien noch um die 100 Euro gekostet. Nicht wenige Analysten errechnen mittlerweile schon Kursziele jenseits der 500 Euro.
Ob Panzer, Artillerie oder großkalibrige Munition: Deutschlands größter Rüstungskonzern spielt im Waffengeschäft eine wichtige Rolle. Zuletzt hatte die Firma Zahlen vorgelegt, denen zufolge das Geschäft weiter steil nach oben geht. Demnach steht das Unternehmen vor einer Verzehnfachung seiner Produktion von Artilleriemunition. Vor dem Ukrainekrieg verkaufte das Unternehmen etwa 70.000 Geschosse pro Jahr, nun bewege man sich »in eine Größenordnung von 700.000 Schuss«, wie Papperger bei der Vorstellung der Jahreszahlen sagte. Dabei soll es nicht bleiben, durch eine neue Produktionsstätte im niedersächsischen Unterlüß und zwei geplante Werke in der Ukraine und Litauen soll dieser Wert bis 2027 auf 1,1 Millionen steigen.
Mit Blick auf die schwache Nachfrage nach den 155-Millimeter-Geschossen vor dem Krieg sagte er: »Keiner hat irgendwelche Lager gefüllt, weil man zum damaligen Zeitpunkt geglaubt hat, dass man mit Artilleriemunition nicht sonderlich effektiv arbeiten kann, weil es ja Nuklearwaffen gibt.« Diese Annahme habe sich durch den Ukrainekrieg überholt. »Nuklearwaffen setzt ja zum Glück niemand ein.«
Rheinmetall ist nach eigener Darstellung der größte Hersteller von Artilleriemunition in der westlichen Welt, zu den Konkurrenten gehört das norwegische Unternehmen Nammo. Die Ukraine benötigt derzeit dringend Artilleriemunition, um sich gegen den russischen Aggressor wehren zu können. Dabei setzt Kiew auch auf Rheinmetall.
Im Geschäft mit der großkalibrigen Munition wird Rheinmetall bald vermutlich einen neuen Großauftrag des Bundes vermelden. »Die Bundesrepublik Deutschland will Rheinmetall einen Rahmenvertrag geben über 2,2 Millionen Schuss Artillerie«, sagte Papperger. Für die Auslieferung sei ein Zeitraum von zehn Jahren vorgesehen.
Der Umsatz von Rheinmetall legte 2023 um zwölf Prozent auf rund 7,2 Milliarden Euro zu, beim Nettogewinn wurde ein Plus von neun Prozent auf 0,6 Milliarden Euro verbucht. Dieses Jahr peilt Rheinmetall einen Umsatz »in der Größenordnung von zehn Milliarden Euro« an – das wäre Plus von circa 40 Prozent. Papperger ist überzeugt, dass das Wachstum auch danach weitergeht. »Ob es nun fünf oder sieben oder acht Jahre sind – ich sehe das Potenzial, dass wir bei 20 Milliarden Euro Umsatz sind.«