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10. Dezember 2014, 18:27 Uhr

Rüstungskonzern

Rheinmetall gibt Schmiergeldzahlungen zu

"Dafür stehen wir gerade": Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat ein Bußgeld von 37 Millionen Euro akzeptiert - für Schmiergelder, die in Griechenland geflossen sind. Der Vorstandschef gibt sich reumütig.

Düsseldorf - Der Rüstungskonzern Rheinmetall zahlt für Schmiergelder, die in Griechenland geflossen sind, ein Millionen-Bußgeld. Die Bremer Rheinmetall-Tochter Rheinmetall Defence Electronics (RDE) werde einen Bußgeldbescheid der Bremer Staatsanwaltschaft von 37 Millionen Euro akzeptieren, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Mit der Zahlung sollen illegal erzielte Gewinne abgeschöpft werden.

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ging es um den Vorwurf, bei Rüstungsgeschäften mit Griechenland seien unerlaubte Zahlungen über einen Repräsentanten des Unternehmens geflossen.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger räumte die Schmiergeldzahlungen offen ein. "Bei Rheinmetall sind Fehler gemacht worden, dafür stehen wir gerade", sagte der Vorstandschef der "Süddeutschen Zeitung". "Herumlavieren hätte uns gar nichts gebracht."

Laut dem Blatt muss der Rüstungskonzern zusätzlich zum Bußgeld voraussichtlich auch noch 6,4 Millionen Euro Steuern nachzahlen, da Schmiergelder zu Unrecht als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt worden seien. Der Gesamtschaden läge damit bei mehr als 43 Millionen Euro.

Die Rheinmetall-Tochter RDE hatte im vergangenen Jahrzehnt das Luftabwehrsystem Asrad für 150 Millionen Euro an die griechische Armee verkauft. Griechenland hatte damals - gemessen an seiner Wirtschaftsleistung - die höchsten Rüstungsausgaben in der Europäischen Union. Dies war einer der Gründe für die enorme Verschuldung des Landes. Mehrere Rüstungskonzerne waren wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen an Griechenland unter Druck geraten.

stk/Reuters/dpa

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