Steigende Nachfrage Rheinmetall wächst im Rüstungsgeschäft

Weltweit decken sich Streitkräfte mit neuen Rüstungsgütern ein. Dabei kaufen sie auch beim deutschen Waffenhersteller Rheinmetall. Die Sparte konnte den Gewinn kräftig steigern.

Rheinmetall-Logo (Archiv)
DPA

Rheinmetall-Logo (Archiv)


Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall hat im vergangenen Jahr dank seines Waffengeschäfts deutlich mehr verdient. Auch der Umsatz legte zu. Insgesamt übertraf das Unternehmen damit seine Prognosen.

Der Aktienkurs legte nach der Bekanntgabe der Geschäftszahlen zwischenzeitlich um mehr als acht Prozent zu und überwand dabei auch die Marke von 100 Euro. An diesem Nachmittag notierten die Aktien noch mit 8,3 Prozent im Plus.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) nahm 2018 um fast ein Viertel auf 492 Millionen Euro zu und erreichte einen Höchstwert, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Der Umsatz stieg um 4,3 Prozent auf 6,15 Milliarden Euro. Investoren zeigten sich insbesondere mit dem operativen Ergebnis zufrieden. Dieses habe die Erwartungen übertroffen, hieß es.

Im Rüstungsgeschäft profitiert Rheinmetall von einer deutlich gestiegenen Nachfrage: Der Umsatz in der Militärsparte stieg um 6,1 Prozent auf 3,22 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis bei dem ehemaligen Verlustbringer nahm um fast 50 Prozent auf 254 Millionen Euro zu.

Volle Orderbücher

Auch künftig kann das Unternehmen mit einem wachsenden Geschäft rechnen, denn die Auftragsbücher sind voll: Der Orderbestand von Rheinmetall Defence kletterte um etwa ein Drittel auf 8,6 Milliarden Euro.

Konzernchef Armin Papperger begründete die guten Zahlen mit der steigenden Nachfrage von Streitkräften nach neuen Militärgütern. Rheinmetall stellt Kanonen für Panzer - etwa für den Leopard - und Artillerie sowie Munition und andere Waffentechnik her. Weil das Unternehmen seine Waffen wegen des Exportstopps nicht mehr nach Saudi-Arabien liefern darf, hatte es zuletzt Schadensersatz gefordert.

Neben der Zentrale in Düsseldorf hat der Konzern mit seinen rund 24.000 Mitarbeitern weltweit 117 Werke und andere Standorte, etwa in Südafrika und Australien. Aus Australien kamen im vergangenen Jahr zwei Großaufträge - das Land bestellte 211 Radpanzer vom Typ Boxer und mehr als 1000 Militär-Lkw.

Zweites Standbein des Konzerns ist das Autozulieferer-Geschäft, das leicht anzog und auch die Marge verbessern konnte. Angesichts des schwierigen Umfelds habe Rheinmetall dort eine außergewöhnlich hohe Marge erzielt, schrieb Analyst Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe.

brt/dpa/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
salomohn 01.03.2019
1. Das Geschäft mit dem Tod
Mal ehrlich: die Leute, die da arbeiten, müssen Ganzkörperscheuklappen tragen. Mit ihren Produkten werden Menschen umgebracht, dafür sind sie da. Keine Ausreden. Schon gar nicht: "Arbeitsplätze!" Gute Leute werden aktuell überall händeringend gesucht. Es ist im Moment leichter, sich umzuorientieren. Wärˋ das ˋwas? Inzwischen meiden Leute mit Ehre im Leib die Aktien und den Umgang mit den Bossen dort.
Spiegelleserin57 02.03.2019
2. Gewissen...
Zitat von salomohnMal ehrlich: die Leute, die da arbeiten, müssen Ganzkörperscheuklappen tragen. Mit ihren Produkten werden Menschen umgebracht, dafür sind sie da. Keine Ausreden. Schon gar nicht: "Arbeitsplätze!" Gute Leute werden aktuell überall händeringend gesucht. Es ist im Moment leichter, sich umzuorientieren. Wärˋ das ˋwas? Inzwischen meiden Leute mit Ehre im Leib die Aktien und den Umgang mit den Bossen dort.
letztendlich muss jeder seinen Beitrag zu Waffen vor seinem eigenen Gewissen verantworten. Eine Hilfe wäre daran zu denken dass es vielleicht auch mal die eigene Familie treffen könnte. Wer weiß was uns noch die Zukunft bringen wird...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.