Medienbericht über Rüstungsriesen Rheinmetall erwägt Fusion mit Krauss-Maffei Wegmann

Rheinmetall startet einem Zeitungsbericht zufolge einen eigenen Vorstoß, seinen deutschen Wettbewerber KMW zu übernehmen, und würde damit dessen geplante Fusion mit der französischen Nexter torpedieren.

Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2": Früherer Versuch gescheitert
DPA

Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2": Früherer Versuch gescheitert


Berlin - Der Rüstungskonzern Rheinmetall schickt sich offenbar an, den geplanten Zusammenschluss der Konkurrenten Nexter und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) zu durchkreuzen. Rheinmetall sei selbst an einer Übernahme von KMW interessiert, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Branchenkreise. Auf höchster Führungsebene habe es dazu Kontakte gegeben. Ein Rheinmetall-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Rheinmetall Chart zeigen wolle sich als Alternative zum französischen Panzerbauer Nexter in Spiel bringen, hieß es. Nexter und KMW hatten in der vergangenen Woche ihre Fusionsabsichten angekündigt. Die Verhandlungen sollen sich aber noch in einem frühen Stadium befinden, zitierte die Zeitung einen Insider.

In der vergangenen Woche hatte Rheinmetall zurückhaltend auf die geplante Fusion der Konkurrenten reagiert. Man werde prüfen, welche Auswirkungen solch ein Geschäft auf die gemeinsamen Projekte mit KMW haben würde. Rheinmetall und KMW fertigen viele Produkte in verschiedenen Konstellationen gemeinsam, etwa den Kampfpanzer "Leopard" oder den Schützenpanzer "Boxer".

Die Rüstungskonzerne in Europa leiden unter der Sparpolitik der Regierungen. Rheinmetall hatte vor Jahren selbst einen Zusammenschluss mit KMW vorantreiben wollen. Das Projekt scheiterte aber am Widerstand der KMW-Eigentümerfamilien.

Ein Zusammenschluss von KMW mit dem französischen Staatskonzern Nexter ist jedoch auch umstritten. Auch wenn beide Seiten dann die Hälfte der Anteile halten sollten, glauben Kritiker, dass Frankreich am Ende das Sagen hätte.

Zwei Optionen denkbar

Zwei Optionen für einen Zusammenschluss von Rheinmetall und KMW sind den Quellen der Zeitung zufolge denkbar: Zum einen könnten die Eigentümer von KMW ihre Anteile einbringen und damit Aktien von Rheinmetall erhalten. Mit einer Beteiligung von 25 bis 30 Prozent wären sie dann mit Abstand der größte Anteilseigner. Zum anderen könnten die Münchner mit der Rheinmetall-Sparte Combat Systems fusioniert werden. In dem Bereich bündeln die Düsseldorfer ihr Geschäft mit Kettenpanzern und Munition. Mit einem Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro ist die Sparte zwar größer als KMW, dennoch könnten die KMW-Eigner eine gleichberechtigte Beteiligung erhalten, hieß es.

Rheinmetall stand zuletzt auch wegen einer anderen Nachricht im Fokus der Öffentlichkeit: Dass der ehemalige Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) künftig als Lobbyist für den Konzern arbeiten soll, sorgte für öffentliche Empörung.

yes/dpa

insgesamt 16 Beiträge
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yorkdiehl 10.07.2014
1. Na als Rüstungsriese
Braucht man gute Kontakte zu Kunden und zur genehmigenden und ggf hermesbürgenden Regierung Wie klasse wäre da ein militär- arbeitsmarkt- politik- bundessicherheitsrat erfahrener schwer Vermittelbarer Arbeits bzw einkommenssuchender pragmatischer Niebel
Mac_Beth 10.07.2014
2.
Eine Übernahme durch einen deutschen Wettbewerber ist mir ungleich lieber, als eine durch die französische Konkurrenz.
Max2008 10.07.2014
3. Hoffen wir mal..
jede Art "französischer Lösung" wäre jedenfalls ein Desaster. Da bei der nächsten Wahl die SPD wieder aus der Regierung fliegen wird, sollten sich auch die Chancen für diesem Industriezweig wieder verbessern.
chopperreidhere 10.07.2014
4. Sinnvoll
Da die beiden ja sowieso schon bei vielen Fahrzeugen Zusammenarbeit betreiben, wäre das sinnvoll.
Achmuth_I 10.07.2014
5. Und wieder...
...solls deutschnational bleiben. Schafft die Scheißgrenzen ab - vor allem in euren Hirnen, wenn ihr das schon nicht im Atlas schafft. Schafft gelichartige Voraussetzungen in jedem Staat (wenn ihr denn wirklich viele Staaten braucht). Dann gibt es keine Wirtschaftlflüchtlinge mehr. So werdet ihr auf ewig dem Geld hinterherrennen und es doch nicht einholen. Die freuen sich doch darauf, dass sich die Nationalisten gegenseitig die Butter nicht aufs Brot gönnen.
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