Treffen in Berlin US-Botschafter bietet Autobossen offenbar Lösung im Zollstreit an

Der umstrittene US-Botschafter Richard Grenell hat sich mit den Chefs von VW, BMW und Daimler getroffen. Dabei machte er laut einem Zeitungsbericht ein radikales Angebot.
US-Botschafter Richard Allen Grenell

US-Botschafter Richard Allen Grenell

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

US-Botschafter Richard Grenell hat offenbar führenden deutschen Automanagern eine Lösung im Streit um drohende Auto-Strafzölle unterbreitet. Das berichtet das "Handelsblatt ".

Am frühen Abend waren die Chefs unter anderem von VW, BMW und Daimler mit dem Botschafter in Berlin zusammengetroffen, sie sprachen über die drohenden Strafzölle auf Automobilimporte in die USA.

Dabei habe Grenell erklärt, die USA seien bereit zu einer Null-Lösung, also zu einem Komplett-Verzicht auf Autozölle - wenn auch Europa darauf komplett verzichte, heißt es in dem Bericht.

An dem Treffen nahmen verschiedenen Medien zufolge unter anderem Daimler-Chef Dieter Zetsche, BMW-Chef Harald Krüger und VW-Chef Herbert Diess, Elmar Degenhart von Continental sowie der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, teil. In dem Gespräch soll Grenell von einem "Momentum" gesprochen haben, das es zu nutzen gelte. Sprecher besagter Unternehmen wollten sich nicht dazu äußern.

Grenell und mehrere Automanager hatten bereits am 6. Juni bei einer VDA-Vorstandssitzung miteinander gesprochen. US-Präsident Donald Trump hat der EU mit 20 Prozent Importzoll auf Autos und Autoteile gedroht. Das würde deutsche Hersteller besonders treffen. Die EU wiederum droht den USA mit Vergeltungsmaßnahmen, die Milliardenschäden für die US-Wirtschaft bedeuten könnten.

Grenell war zu Beginn seiner Zeit als Botschafter heftig in Kritik geraten: Er hatte angekündigt, rechte Kräfte in Europa stärken zu wollen.

ans/dpa/Reuters