Fotostrecke

Richemont: Flaute im Luxus-Geschäft

Foto: DPA/Richemont

Richemont Luxus-Konzern leidet unter Chinas Antikorruptionskampf

Cartier, Piaget, Montblanc: Weit bekannter als der Schweizer Konzern Richemont sind seine Marken. Doch das Geschäft mit dem Luxus schwächelt. Das liegt auch am Durchgreifen der chinesischen Regierung gegen Korruption.

Der auf Uhren und Schmuck spezialisierte Luxuskonzern Richemont hat im vergangenen Geschäftsjahr deutlich weniger Umsatz und Gewinn gemacht. Besonders die Uhren waren weniger gefragt als zuvor. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 gingen die Umsätze um vier Prozent auf rund 10,65 Milliarden Euro zurück, teilte das Unternehmen mit. Der operative Gewinn sank noch stärker um 14 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro.

Dabei verlief die Entwicklung gegenläufig. Beim Schmuck, etwa von Cartier und Van Cleef & Arpels, stiegen die Umsätze um sieben Prozent, dieses Segment macht mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes aus. Der Absatz von edlen Uhren etwa von IWC, Piaget oder Jaeger-LeCoultre, mit denen Richemont rund ein Viertel des Umsatzes erzielt, sank hingegen um 15 Prozent.

Ein Grund für die sinkenden Umsätze ist das harte Durchgreifen der chinesischen Regierung gegen Korruption. Daher zeigen sich reiche Chinesen nicht mehr so demonstrativ mit Luxusartikeln. Vor allem die Vorzeigemarke Cartier hatte aus den vollen Lagern der Händler in Hongkong und Macau Produkte zurückgekauft. Zudem machten kauffreudige Touristen aus Angst vor Terroranschlägen einen Bogen um die Metropolen in Europa.

Dennoch verzeichnete Richemont vor allem in China, aber auch in Südkorea und Großbritannien gute Geschäfte. Die USA seien zu Wachstum zurückgekehrt und hätten China als größten Einzelmarkt abgelöst, teilte der Konzern mit.

Fotostrecke

Richemont: Flaute im Luxus-Geschäft

Foto: DPA/Richemont

Unter dem Strich - also nach Steuer- und Zinszahlungen - sackte der Gewinn gar um 46 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro ab. Ein Jahr zuvor hatte allerdings ein außerordentlicher Gewinn aus der Auslagerung des Onlineportals Net-a-Porter und der Zusammenführung mit dem italienischen Modehändler Yoox das Ergebnis stark aufgebläht.

Im November 2016 hatte Richemont angekündigt, dass sowohl der langjährige Konzernchef Richard Lepeu als auch Finanzchef Gary Saage ihre Ämter abgeben. Ein neuer Chef wurde nicht bestimmt, Verwaltungsratspräsident Johann Rupert leitet den Konzern seit April auch operativ. "Wir befinden uns weiterhin in einer Phase des Umbaus", sagte Rupert bei der Bekanntgabe der Bilanzzahlen. Auch sein Sohn Anton soll für den Verwaltungsrat vorgeschlagen werden.

fdi/dpa-AFX/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.