Schokoladen-Prozess Ritter Sport und Stiftung Warentest lehnen Vergleich ab

Im Schokoladen-Prozess zwischen Ritter Sport und der Stiftung Warentest hat der Richter einen Vergleich vorgeschlagen - doch beide Kontrahenten weisen das Angebot zurück. Nun wird der juristische Streit um einen angeblich künstlichen Aromastoff offenbar bis zum Ende durchgefochten.
Ritter-Sport-Schokolade: Kampf um das Image der Marke

Ritter-Sport-Schokolade: Kampf um das Image der Marke

Foto: Tobias Hase/ picture alliance / dpa

München/Waldenbuch - Im Streit um einen Aromastoff in "Ritter Sport"-Schokolade hat der Richter am Freitag einen Vergleich vorgeschlagen. Doch Ritter Sport und die Stiftung Warentest stimmten dem nicht zu. Die Kammer am Landgericht München riet den Parteien, ein gemeinsames Gutachten in Auftrag zu geben, in dem die Herkunft des Aromastoffs Piperonal geklärt werden soll.

Ende November hatte Ritter Sport eine einstweilige Verfügung gegen die Behauptung der Stiftung Warentest erwirkt, das Unternehmen habe den "chemisch hergestellten Aromastoff" Piperonal verwendet. Die Stiftung Warentest hatte dagegen Einspruch eingelegt. Laut Ritter Sport handelt es sich um ein natürliches Aroma. Die Stiftung Warentest hatte diese Kennzeichnung als irreführend bezeichnet.

Hersteller von Piperonal ist der Holzmindener Duft- und Geschmacksstoff-Produzent Symrise. Das Unternehmen macht einen Jahresumsatz von 1,75 Milliarden Euro und ist in Deutschland mit Abstand die Nummer eins in der Branche.

Im Streit um die Ritter-Sport-Schokolade hatte Symrise bereits eidesstattlich versichert, dass das Aroma natürlichen Ursprungs sei und dabei auch sein Herstellverfahren offengelegt. Piperonal komme unter anderem in Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vor. Die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Holzminden lässt den umstrittenen Stoff zur Zeit untersuchen. Das Ergebnis ist noch offen.

Im Prinzip ist Piperonal unbedenklich. "Verbraucher müssen vor Aromen keine Angst haben", sagt auch Hedi Grunewald von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Eine Gesundheitsschädigung sei nicht zu befürchten. "Auch lebensmittelrechtlich ist alles in Ordnung." Allerdings dienten Aromen auch dazu, weniger wertvollen Lebensmitteln ein wertvolleres Image zu geben.

mik/dpa-AFX
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