Elektroautobauer überholt GM und BMW Anleger reißen sich nach Börsengang um Rivian-Aktien

Es läuft noch besser als erwartet: Der Elektroautohersteller Rivian legt einen fulminanten Börsenstart hin.
Groß aufgefahren zum Börsenstart: Der Rivian R1T-Pick-up vor dem Nasdaq-Sitz

Groß aufgefahren zum Börsenstart: Der Rivian R1T-Pick-up vor dem Nasdaq-Sitz

Foto: BRENDAN MCDERMID / REUTERS

Anleger haben sich beim mit Spannung erwarteten Börsengang des US-Elektroautobauers Rivian um die Aktien des Tesla-Rivalen gerissen. Beim Handelsstart an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq lag der erste Kurs bei 106,75 Dollar und damit rund 37 Prozent über dem Ausgabepreis von 78 Dollar.

Das Unternehmen hatte am Vortag rund 11,9 Milliarden Dollar durch die Ausgabe von 153 Millionen Aktien erlöst und damit den bislang größten Börsengang in diesem Jahr gestemmt. Dabei waren Aktienpreis und Emissionsvolumen zuvor bereits deutlich erhöht worden.

Mit einem Börsenwert von rund 93 Milliarden Dollar oder umgerechnet etwa 81 Milliarden Euro wird Rivian zum Start deutlich höher gehandelt als etwa die deutsche Branchengröße BMW, die es zuletzt auf gut 59 Milliarden Euro brachte. Sogar den größten US-Autobauer General Motors übertrifft Rivian um rund sechs Milliarden Dollar. Dabei steckt das US-Unternehmen, zu dessen Großinvestoren der Online-Riese Amazon und Ford zählen, noch tief in den roten Zahlen. Bei der letzten Finanzierungsrunde vor dem Börsengang im Januar war Rivian lediglich mit knapp 28 Milliarden Dollar bewertet worden.

Bisher kein nennenswerter Umsatz

Die E-Autofirma hat nach eigenen Angaben etwa 9500 Mitarbeiter, von denen über 3300 im US-Hauptwerk im Bundesstaat Illinois beschäftigt sind. Rivian macht bislang zwar noch keinen nennenswerten Umsatz, hat jedoch im September sein erstes Elektromodell im umkämpften Pick-up-Segment herausgebracht und so einen Wettlauf unter anderem mit Tesla für sich entschieden. Zudem hat das Unternehmen einen E-SUV in der Pipeline, dessen Auslieferungen Ende des Jahres beginnen sollen. Darüber hinaus hat Rivian einen lukrativen Großauftrag von Amazon für 100.000 elektrische Lieferwagen in der Tasche.

Rivian-Gründer RJ Scaringe sieht seine Firma als Vorreiter bei der Mission, Elektromobilität im Massenmarkt zu etablieren und setzt damit auf eine ähnliche Marketing-Strategie wie Tesla-Chef Elon Musk. Es seien außergewöhnliche Schritte notwendig, um die natürlichen Ökosysteme zu bewahren und eine sichere Zukunft für künftige Generationen aufzubauen, sagte Scaringe. »In den nächsten zwei Jahrzehnten müssen wir die Transport- und Energiesysteme unseres Planeten vollständig verwandeln.« Auch wenn Rivian beim ersten E-Pick-up Tesla zuvorkam, ist der Musk-Konzern mit einem Börsenwert von mehr als einer Billion Dollar noch weit überlegen.

hba/dpa
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